Mit Beginn des neuen Schuljahrs nach den Sommerferien 2026 wird es am Beruflichen Schulzentrum Odenwaldkreis (BSO) eine neue Fachklasse für Kunststoff- und Kautschuktechnologien und Maschinen- und Anlagenführer geben. Der entsprechende und sehnsüchtig erwartete Erlass des Hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen kam kürzlich mit der Post.
Bereits im April 2025 fasst der Kreistag des Odenwaldkreis den Beschluss, in Kooperation mit der Firma Pirelli (Breuberg) beim Ministerium diese neue Fachklasse zu beantragen. Nach einem Jahr Verhandlungen, die von Erstem Kreisbeigeordneten Oliver Grobeis geführt und von den Landtagsabgeordneten Sandra Funken und Rüdiger Holschuh tatkräftig unterstützt wurden, kann Grobeis den Erfolg nun offiziell verkünden: „Mit der neuen Klasse im BSO und der Firma Pirelli als Lernort schaffen wir eine besondere Kooperation. Die zukünftigen Auszubildenden werden nicht nur das BSO besuchen, sondern einen Teil der Lehrzeit bei Pirelli verbringen – auch wenn sie in einem anderen Unternehmen beschäftigt sind. So stellen wir eine Ausbildung auf höchstem Niveau sicher, von der alle Parteien profitieren.“
Dem Kreistagsbeschluss vorausgegangen waren zahlreiche Gespräche mit Pirelli und anderen Unternehmen im Odenwaldkreis, die in der Kunststoff- und Kautschukbranche tätig sind. Dabei wurde deutlich, wie groß der Bedarf an qualifizierten Fachkräften ist und dass eine wohnortnahe Ausbildungsmöglichkeit die Suche nach Nachwuchs erleichtern würde. Bisher mussten die Auszubildenden für den theoretischen Teil in die Berufsschule nach Darmstadt beziehungsweise im dritten Jahr nach Gelnhausen fahren. Diese weiten Wege fallen nun weg. Das BSO ist für das kommende Schuljahr bereits gewappnet. Sowohl die Ausstattung als auch die geeigneten Lehrkräfte sind vorhanden und bei Bedarf wird die Schule von der Firma Pirelli mit erfahrenem Personal unterstützen. Grobeis freut sich über die Stärkung des Standorts des BSO: „Wohnortnahe Bildungsmöglichkeiten sind zur Stärkung des ländlichen Raums sehr wichtig. Nur wer sich weiter entwickeln kann und berufliche Perspektiven hat, bleibt auch gerne in einer Region wohnen.“
Die Freude teilt Landtagsabgeordnete Sandra Funken: „Wir im Odenwaldkreis liefern durch diesen Erfolg ein weiteres Beispiel, was durch ein gutes Miteinander erreicht werden kann.“ Die gute Zusammenarbeit von Wirtschaft, Politik und Verwaltung in diesem Fall lobt auch Landtagsabgeordneter und Kreistagsvorsitzender Rüdiger Holschuh.