Vertreterinnen und Vertreter des Kommunalen Job-Centers (KJC) sowie der InA gGmbH – Integration in Arbeit – besuchten kürzlich den Odenwälder Dienstleister für Nutzfahrzeugreparaturen, die Baumgärtner GmbH. Sie hat sich auf die Reparaturen und Wartungen von Unimogs, LKWs, Traktoren sowie Transportern spezialisiert und ist mittlerweile ein in dritter Baumgärtner-Generation geführtes Familienunternehmen. In dem Elf-Personen-Betrieb werden immer wieder Praktika für Interessierte angeboten, um vertiefende Einblicke in den Betrieb zu erhalten.
Vom Schmiedehandwerk zur ersten Adresse für Nutzfahrzeug-Fahrende
Ralf Baumgärtner übernahm 2004 das Geschäft von seinem Vater Heinrich Baumgärtner, welcher bereits 1962 das Geschäft von seinem Großvater übernahm. Der Ursprung ist dabei auf das Jahr 1652 zurückzuführen. Vor über 370 Jahren begann es mit der Beschlagung von Pferden und seit dem 18. Jahrhundert ist die Firma besser unter dem Namen „Marschall“ bekannt. Damals kamen die Französischen Truppen auf ihrem Rückzug im deutschen Oberzent vorbei und suchten für ihre Pferde einen Hufschmied (auf Französisch „Maréchal“). Daraus wurde dann auf Deutsch die „Marschalls“, was sich bis heute hält.
Der Familienbetrieb erledigt heutzutage Wartungen, Reparaturen, Bremsenservice, Tachoprüfungen, Kranreparaturen und natürlich TÜV-Abnahmen für alle Arten von LKWS. Er ist offizieller Unimog-, Scania- und ZF-Pro-Servicepartner und leistet viele seiner Arbeiten über in den Boden eingelassene Gruben und Grubenheber. Das konkrete Arbeitsspektrum beschreibt Chef und Inhaber Ralf Baumgärtner so: „Im Prinzip geht fast alles und wir versuchen es möglich zu machen“.
Dass der Betrieb ein Familienunternehmen bleibt, war nicht von Anfang an klar. Die beiden Söhne, David und Lukas, haben erst einmal ihre Erfahrungen in der Wirtschaft gemacht. David absolvierte eine Ausbildung bei Mercedes-Benz und kam 2017 zurück in den Familienbetrieb. Lukas war elf Jahre bei einer Sparkasse angestellt und arbeitet erst seit Januar 2025 wieder mit seiner Familie zusammen. „Der große Vorteil meiner Zeit in der Sparkasse ist, dass ich über den Tellerrand schauen durfte, wie es in der Wirtschaft zugeht“, erklärt Lukas Baumgärtner seinen Werdegang. „Plötzlich sieht man die vielen Gestaltungsmöglichkeiten im eigenen Betrieb. Ich kann unsere Firma jetzt mit ganz anderen Augen sehen und wertschätzen. Hier habe ich die Möglichkeit, Prozesse eigenständig zu planen und umzusetzen.“
Elf Mitarbeitende und immer ein Platz für ein Praktikum
Im Moment arbeiten mit den vier Familienmitgliedern elf Vollzeitkräfte in Betrieb. Einer davon hat nun wegen Altersteilzeit auf vier Tage in der Woche reduziert, zwei davon sind Auszubildende. Im Büro kümmern sich Ralf Baumgärtner, seine Frau Heike und Sohn Lukas um alle anfallenden administrativen Tätigkeiten. In der Werkstatt kümmern sich Sohn David als Werkstattmeister, vier Gesellen und die beiden Lehrlinge um alle anstehenden Reparaturen und Wartungen. Im Moment suchen sie keine neuen Mitarbeitenden oder Auszubildenden, sind aber immer offen für Menschen, die ein Praktikum machen möchten, um in ihr Arbeitsfeld der hineinzuschnuppern.
Auch Marco Fries, Teamleiter Eingliederung Landratsamtes Odenwaldkreis, freut sich über den neuen Kontakt: „Besonders beeindruckend ist für mich, dass die Baumgärtners nicht nur Kundschaft im Odenwaldkreis, sondern auch aus angrenzenden Regionen wie Darmstadt, Offenbach und Heidelberg gewinnen und halten können. Somit sind eine stabile Auftragslage und damit natürlich auch die Arbeitsplätze gesichert.“
Unternehmen, die sich für eine Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Job-Center interessieren oder Personal suchen, können sich gerne an Tobias Obenauer vom Arbeitgeberservice unter der Telefonnummer 06062 6014-1426 oder unter der E-Mail-Adresse arbeitgeberservice@odenwaldkreis.de wenden.
