Laue Sommerabende laden zum Verweilen im Garten oder auf der Terrasse ein. Doch schnell fühlt man sich durch Stechmücken gestört. Um sie zu bekämpfen, werden mitunter elektrische Insektenbekämpfungsleuchten (sogenannte UV-Lichtfallen) aufgestellt. Der Einsatz dieser Geräte im Freien läuft dem Artenschutz zuwider und ist deswegen sogar gesetzlich verboten. Darauf macht die Untere Naturschutzbehörde aufmerksam. Sie bittet darum, auf den Einsatz dieser Lichtfallen zu verzichten, und rät zu alternativen Formen, um Mücken fernzuhalten.
„Die UV-Lichtfallen locken wahllos alle Fluginsekten an. Statt der Stechmücken sterben zu über 90 Prozent nützliche und geschützte Arten wie Nachtfalter, Florfliegen und Käfer einen qualvollen Hitzetod“, so die Fachleute der Unteren Naturschutzbehörde, die auch für Artenschutz zuständig ist. „Zudem zeigen wissenschaftliche Studien, dass Stechmücken kaum auf UV-Licht reagieren.“ Sie orientieren sich an der Atemluft, der Körperwärme und dem Schweiß des Menschen. „Die Lampe tötet also Nützlinge und gefährdet die Artenvielfalt, schützt aber nicht vor Mückenstichen.“
Die Vorschriften zum Verbot zum Einsatz jener Geräte im Freien finden sich vor allem im Bundesnaturschutzgesetz (§ 44) und in der Bundes-Artenschutzverordnung (§ 4), aber auch im Bundes-Immissionsschutzgesetz (§ 22). Zuwiderhandlungen können als Ordnungswidrigkeit mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden.
Biologische Mückenabwehr mit Fledermaus und Pflanzen
Die Untere Naturschutzbehörde empfiehlt statt dem Einsatz von UV-Lichtfallen folgende „effektive, rein biologische Wege, um Mücken vom Sitzplatz fernzuhalten, ohne das ökologische Gleichgewicht im Garten zu stören“:
- Natürliche Feinde in den Garten locken, nämlich mit Hilfe von Nistkästen und Fledermausquartieren an Bäumen oder Hauswänden. „Eine einzige Fledermaus frisst pro Nacht bis zu 4.000 Insekten.“ Aber auch ein naturnaher Gartenteich ohne Fische kann helfen. Er zieht Libellen, Molche und Frösche an. Deren Larven fressen die Mückenlarven bereits im Wasser auf.
- Natürliche Duftbarrieren nutzen, indem man bestimmte Pflanzen setzt. Stechmücken meiden bestimmte ätherische Öle. Natürliche Abwehr bieten Tomaten und Walnussbäume, Lavendel, Rosmarin und Minze, Zitronengras (Citronella) und Zitronenmelisse sowie Katzenminze und Duftgeranien.
- Brutstätten biologisch bekämpfen, indem man Regenfässer immer lückenlos mit einem Deckel oder einem feinen Netz abschließt, denn Mücken vermehren sich nicht in fließendem, sondern in stehendem Gewässer. Sollte sich stehendes Wasser nicht vermeiden lassen, helfen Tabletten mit dem biologischen Wirkstoff BTI. Dieses Bakterium tötet gezielt Mückenlarven, ist aber für Vögel, Igel, Bienen, Amphibien und Haustiere ungiftig.
- Die richtige Außenbeleuchtung wählen, indem man die Außenbeleuchtung auf warmweiße oder bernsteinfarbene LEDs (unter 3.000 Kelvin) umstellt. Dieses Farbspektrum wird von Insekten kaum wahrgenommen, während sie von herkömmlichem, kaltweißem Licht stark angezogen werden. Was auch hilft, sind Bewegungsmelder statt dauerhafter Nachtbeleuchtung.
Mit dem Einsatz von UV-Lichtfallen im Freien hatte sich jüngst auch der Naturschutzbeirat des Odenwaldkreises befasst.
