Arbeit mit stabilem Wertegerüst
und moderner Technik

„Was wir tun, tun wir gut.“ Diesem Leitsatz begegnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schreinerei Schlingmann jedes Mal, wenn sie den schön gestalteten Aufenthaltsraum betreten. Auf einer großen Tafel sind die Werte des Unternehmens in Ober-Kinzig prägnant festgehalten – als Orientierung für den Umgang mit Kundinnen und Kunden ebenso wie für das Miteinander im Team. Ein klares Fundament, das zugleich Selbstverständnis und täglicher Ansporn ist.

Für die Firmeninhaber und Geschäftsführer Martin Schlingmann und Ina Trautmann ist ein solcher Wertekanon kein nettes Beiwerk, sondern integraler Bestandteil der Unternehmenskultur. Auch im Gespräch mit Landrat Frank Matiaske wird das schnell deutlich. Im Rahmen seiner Unternehmensbesuche hat er sich jüngst gemeinsam mit der Leiterin der kreiseigenen Wirtschaftsförderung, Gabriele Quanz, vor Ort ein Bild von der Schreinerei gemacht.

„Wir können nur dann erfolgreich sein, wenn wir gewisse Prinzipien beherzigen und im Betriebsalltag auch leben beziehungsweise vorleben“, sagt Schlingmann. „Verlässlichkeit etwa, einen hohen gestalterischen Anspruch bei der Planung und Fertigung, ein gesunder Ehrgeiz und echtes Interesse am Gegenüber, sei er Kunde oder Mitarbeiter.“

Das Unternehmen steht solide da, wie Schlingmann sagt. Auch dank einer guten und vielfältigen Auftragslage. Dazu zählen Großaufträge wie die Brandschutzsanierung im Frankfurter Museum für Moderne Kunst oder die kürzlich abgeschlossene Ausstattung des Foyers im Darmstädter Rathaus genauso wie die Herstellung von Treppen und Möbelstücken oder Sanierungen in Privathäusern.

Eine Tafel mit Grundsätzen und Werten des Unternehmens
Wertekanon: Diese Tafel hängt im Aufenthaltsraum der Schreinerei.

„Wir begegnen jedem Auftrag mit der gleichen Sorgfalt und Leidenschaft“, sagt Trautmann. Sie hat in der Schreinerei ihre Lehre absolviert und nach der Gesellenprüfung im Jahr 2002 Innenarchitektur studiert. Seit 2007 ist sie wieder an Bord. Im festen Stamm der rund 20 Köpfe zählenden Mitarbeiterschaft (einschließlich fünf Auszubildenden) gibt es keine große Fluktuation. Und das Unternehmen kann investieren – so wie jüngst mehrere Hunderttausend Euro in eine große computergesteuerte Maschine für die Holzbearbeitung. „Unsere Werkstatt soll modern ausgestattet sein“, sagt Schlingmann.

Wichtige Starthilfe durch Wirtschaftsförderung

Was nicht heißt, dass es nicht auch schwierigere Zeiten gab. Gegründet wurde die Schreinerei von Martin Schlingmann und seiner damaligen Frau Christina im Jahr 1998. Von Landrat Matiaske auf die Rolle der Wirtschaftsförderung angesprochen, sagt Schlingmann: „Sie war eine sehr wichtige Stütze, als wir um das Jahr 2000 herum in eine wirtschaftliche Krise gerieten. Durch das große Netzwerk der Wirtschaftsförderung und die passgenaue Vermittlung einer Beratung haben wir unser Profil geschärft und sind viel selbstbewusster aufgetreten. Wir haben wieder Fuß gefasst.“

Dabei half dem Unternehmen auch, früh den Wert nachhaltigen Wirtschaftens erkannt und integriert zu haben. Schon im Jahr 2003 wurde die Schreinerei Mitglied in der Umweltgemeinschaft des Tischlerhandwerks Hessen und in der Umweltallianz Hessen. Die Schreinerei verpflichtete sich damit, schädliche Stoffe wie Formaldehyd, Lösemittel, Holzschutzmittel und PVC im Innenbereich zu vermeiden und Hölzer aus heimischen Wäldern bevorzugt zu verarbeiten. „Dieser Weg der Nachhaltigkeit wurde konsequent weitergegangen und der Markt nahm dieses Alleinstellungsmerkmal an“, resümiert Quanz.

Vorbild in punkto Unternehmens-Nachfolge

Auch in punkto Unternehmens-Nachfolge gilt die Schreinerei Schlingmann als gutes Beispiel. Hierzu berät die Wirtschaftsförderung ebenfalls, nicht zuletzt mit erfahrenen Mentorinnen und Mentoren. „Denn“, so Quanz, „wenn man das nicht rechtzeitig angeht, kann es sehr schnell zu Problemen kommen.“

Martin Schlingmann, der bald 64 Jahre alt wird, hat die Weichen schon vor längerer Zeit gestellt: Ina Trautmann ist bereits seit gut zehn Jahren Teilhaberin. Geht es nach Schlingmann, könnten viel mehr Firmenchefinnen und -chefs Führungsnachwuchs aus dem eigenen Unternehmen fördern: „Sie wissen oft gar nicht, wie gut ihre Mitarbeiter sind.“

Auch Landrat Matiaske zählt die Schreinerei neben weiteren Odenwälder Unternehmen zu den Vorbildern. „Ich begegne immer wieder Beispielen von geglückten Nachfolge-Regelungen“, sagt er. „Das müssen wir mehr herausstellen und so zeigen, dass und wie es geht. Auch das ist Wirtschaftsförderung.“