Odenwaldkreis setzt
auf internationale Partnerschaften

Auf Einladung des Odenwälder Kreisbeigeordneten und Wirtschaftsdezernenten Kevin Schmauß hat der Generalkonsul der Vereinigten Staaten von Amerika Brian Heath im Rahmen seiner Sommertour den Odenwaldkreis besucht. Im Zentrum des Besuchs am 26. August 2026 standen die deutsch-amerikanischen Beziehungen sowie Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung und der Zukunft des ländlichen Raums.

So besuchte die Delegation mit großem Interesse das Unternehmen ME Mining Equipment im Michelstädter Stadtteil Steinbach. Das Unternehmen wird von der amerikanischen Unternehmerfamilie Pope aus Colorado geführt, die das traditionsreiche Unternehmen Mühlhäuser Maschinenbau übernommen und den Standort erfolgreich weiterentwickelt hat. Im Gespräch mit Geschäftsführer Paul Zeder standen die positive Entwicklung des Unternehmens sowie die Investitionen in den Standort und die Rahmenbedingungen am Wirtschaftsstandort Odenwaldkreis im Mittelpunkt.

„Die Investition der Familie Pope zeigt beispielhaft, welche Chancen internationale Unternehmensbeteiligungen gerade für den ländlichen Raum bieten“, hob Wirtschaftsdezernent Schmauß hervor. „Langfristige Investitionen stärken bestehende Standorte, sichern Arbeitsplätze und schaffen Perspektiven für die wirtschaftliche Entwicklung der Region.“ Gerade der ländliche Raum müsse in den kommenden Jahren solche internationalen Partnerschaften in den Fokus nehmen, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, sich als attraktiver Wirtschaftsstandort zu profilieren und bei Expansionen und Firmennachfolgen neue Perspektiven zu eröffnen.

Generalkonsul Heath mit der Kreis-Spitze und den Bürgermeistern von Erbach und Michelstadt vor dem Historischen Rathaus in Michelstadt.
Eine Station des Besuchstags: das Historische Rathaus in Michelstadt. Generalkonsul Brian Heath (dritter von links) wurde dort von der gesamten Kreis-Spitze sowie den Bürgermeistern von Erbach und Michelstadt willkommen geheißen. Zuvor hatte der Generalkonsul das Erbacher Schloss besucht. Von rechts nach links: Dr. Peter Traub, Dr. Tobias Robischon, Landrat Frank Matiaske, der Kreisbeigeordnete und Wirtschaftsdezernent Kevin Schmauß, der Erste Kreisbeigeordnete Oliver Grobeis und der Kreistagsvorsitzende Rüdiger Holschuh.

In den Gesprächen wurde auch deutlich, dass ein internationaler Ansatz für Odenwälder Unternehmen auch im Bereich der Fachkräftesicherung von entscheidender Bedeutung ist. „Die Gewinnung internationaler Fachkräfte sichert Strukturen vor Ort, deshalb müssen bürokratische Prozesse rund um die Zuwanderung in Arbeit effizient und schnell gestaltet werden“, so Schmauß.

Er zeigte sich sehr dankbar, dass Generalkonsul Heath den Odenwald besucht: „Die wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten ist gerade auch für uns Odenwälder im ländlichen Raum eine wichtige Säule für die Absicherung einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung. Wir wollen den Austausch mit dem Generalkonsulat zukünftig intensivieren, so dass keine gemeinsame Chance ungenutzt bleibt.“

Generalkonsul Heath entgegnete: „Überall, wo ich in Deutschland unterwegs bin, werde ich an die vielen Stärken der deutsch-amerikanischen Beziehungen erinnert – so auch hier im Odenwald. Bei meinem heutigen Besuch bei ME Mining Equipment konnte ich aus erster Hand sehen, wie ein familiengeführtes Unternehmen aus Colorado das Unternehmen Mühlhäuser – seit 1907 ein Name im Bereich Tunnelbauausrüstung – in sein globales Geschäft integriert hat. Deutsche Unternehmen tätigen ähnliche Investitionen in Gemeinden in den gesamten Vereinigten Staaten. Diese wechselseitigen Investitionen zeigen die deutsch-amerikanische Partnerschaft in der Praxis, und ich bin dankbar für den herzlichen Empfang heute.“

Begonnen hatte der Besuchstag mit einem Empfang für den Generalkonsul im gräflichen Schloss in Erbach. Bei einem Rundgang durch die Michelstädter Altstadt wurden auch die Kolumbus-Briefe in der Nicolaus-Matz-Bibliothek besichtigt. Die seltenen Drucke enthalten den Reisebericht des Seefahrers über die Entdeckung Amerikas im Jahr 1492. Im Historischen Rathaus wurde der Generalkonsul auch von Landrat Frank Matiaske und dem Ersten Kreisbeigeordneten Oliver Grobeis herzlich willkommen geheißen.

Den Abschluss bildete eine Besichtigung des Hainhaus-Areals in der Gemeinde Lützelbach. Dort erhielten die Gäste Einblicke in die ehemaligen Munitionsbunkeranlagen der US-Army, die heute von verschiedenen Unternehmen im Odenwald als Lagerstätten genutzt werden; außerdem befindet sich dort ein großer Solarpark. So finden die Spuren der US-Amerikaner im Odenwald heute eine sinnvolle wirtschaftliche Verwendung, von der die Bürger des Odenwaldkreises profitieren.