Landrat zu Besuch beim Odenwälder Eismädchen

Odenwälder Eis in aller Munde: Tina Padilla Borallo, bekannt als „Odenwälder Eismädchen“, hat sich innerhalb kürzester Zeit einen Namen gemacht – auch über die Grenzen des Odenwaldkreises hinaus. In ihrer Eismanufaktur im heimischen Lützelbach entstehen außergewöhnliche Eiskreationen, bei denen Qualität, Regionalität und Individualität im Mittelpunkt stehen. Bei einem Betriebsbesuch informierten sich Landrat Frank Matiaske und Gabriele Quanz, Leiterin der kreiseigenen Wirtschaftsförderung, kürzlich über die Entwicklung und die weiteren Pläne der Unternehmerin. 

„Ich wollte Eis machen, bei dem man die Wertschätzung für das Lebensmittel schmeckt“, erzählt Padilla Borallo. Die zweifache Mutter und ehemalige Grundschullehrerin hatte zuvor keine Erfahrung in der Selbstständigkeit, Expertise in der Eisfertigung erlangte sie in einer Eismanufaktur in Aschaffenburg sowie in verschiedenen Seminaren und Fortbildungen. 2025 wagte sie den Schritt und ist seitdem als „Odenwälder Eismädchen“ unterwegs. Im ersten Jahr stemmte sie den Betrieb noch allein, inzwischen beschäftigt sie acht Mitarbeitende auf Minijob-Basis. 

Das Erfolgsrezept liegt für Padilla Borallo vor allem in der Qualität der Zutaten, denn produziert wird mit frischen, natürlichen und möglichst regionalen Lebensmitteln. Neben klassischen Sorten entstehen saisonal immer wieder neue Kreationen. Auch individuelle Kundenwünsche setzt das „Eismädchen“ gerne um – bei einem Firmenevent entstand beispielsweise Whisky-Eis. „Bei den Zutaten gehe ich keine Kompromisse ein. Und gleichzeitig macht es mir unglaublich viel Spaß, immer wieder etwas Neues auszuprobieren“, erklärt Padilla Borallo. 

Eine wichtige Rolle spielt ihr Eiswagen-Foodtruck „Buddy“, der etwa bei Firmenfeiern, Hochzeiten, Geburtstagen, Messen und Märkten zum Einsatz kommt. Darüber hinaus ist das Odenwälder Eismädchen dreimal pro Woche an festen Standorten im Odenwald anzutreffen. Besonders das Angebot für Firmenevents hat sich zu einem Alleinstellungsmerkmal im Kreisgebiet entwickelt. 

„Dass aus einer Idee innerhalb so kurzer Zeit ein Unternehmen mit einem eigenen Team und einer stetig wachsenden Nachfrage geworden ist, beeindruckt mich sehr“, sagt Landrat Matiaske. „Dieses Beispiel zeigt, was entstehen kann, wenn unternehmerischer Mut, Qualität und regionale Wertschöpfung zusammenkommen.“ Ein wichtiger Baustein auf dem Weg in die Selbstständigkeit war die Förderung nach der LEADER-Strategie in Höhe von rund 25.000 Euro. 

Die Unternehmerin hatte 2024 bei der Interessengemeinschaft Odenwald (IGO) eine Förderanfrage für den Kauf eines Eiswagens gestellt. Die IGO, die Wirtschaftsförderung des Odenwaldkreises und die Abteilung Dorf- und Regionalentwicklung arbeiteten eng zusammen, um die Förderung zu realisieren. „Von der ersten Beratung an habe ich mich sehr gut unterstützt gefühlt. Ich wurde an die Hand genommen und habe viele konkrete Hilfen und Tipps bekommen“, blickt Padilla Borallo zurück. „Zudem habe ich mich auch vom Veterinäramt gut beraten gefühlt, zu dem ich frühzeitig vor Beginn der Umbaumaßnahmen Kontakt gesucht habe“. Eine besondere Herausforderung sei die Erstellung des Businessplans gewesen, den sie vollständig selbst erarbeitete. 

Foto Betriebsbesuch Odenwälder Eismädchen 
  In der Eisküche des „Odenwälder Eismädchens“: Tina Padilla Borallo (l.) zeigt Landrat Frank Matiaske (M.) und Gabriele Quanz von der Odenwald-Regional-Gesellschaft mbH (OREG) ihre Eismanufaktur im heimischen Lützelbach. 

Mit den Mitteln der Europäischen Union und des Landes Hessen im Rahmen des GAP-Strategieplans sowie Eigenkapital konnte sie die Kosten für den Umbau der Eisküche, die benötigten Maschinen, den Verkaufswagen und die Arbeit einer Marketingagentur für Logoentwicklung und Corporate Design bestreiten. Eine Bankenfinanzierung war nicht erforderlich. Gabriele Quanz würdigt insbesondere den persönlichen Einsatz der Gründerin: „Tina Padilla Borallo hat sich etwas zugetraut und ihre Idee konsequent umgesetzt. Sie hat aus Leidenschaft ein erfolgreiches Unternehmen entwickelt – und das Ergebnis kann sich sehen und vor allem schmecken lassen.“ 

Der Erfolg bringt inzwischen eine neue Herausforderung mit sich: Der Platz wird knapp, denn die eigenen Räumlichkeiten sind nahezu ausgeschöpft. Padilla Borallo sucht deshalb zusätzliche Lagerflächen oder perspektivisch geeignete Räume für die weitere Entwicklung ihres Unternehmens. Ein großer Wunsch für die Zukunft sind außerdem eigene Eisseminare, für die ebenfalls entsprechende Räumlichkeiten benötigt werden. „Ich habe noch viele Ideen und möchte mich weiterentwickeln. Dafür brauche ich vor allem mehr Platz.“ 

Landrat Matiaske sieht in der Entwicklung ein gelungenes Beispiel für die Wirkung regionaler Förderung: „Hier wurde Förderung als Anschub genutzt, um eine nachhaltige unternehmerische Entwicklung auf den Weg zu bringen. Das ist genau der Mut und die Initiative, die unsere Region stark machen.“