Mit einer VR-Brille auf dem Kopf einen Beruf hautnah kennenlernen. Nebenan ein Blick in Wagen des Zolls werfen. Ein paar Schritte weiter steht eine Werkbank zum Arbeiten bereit. Wer sich für Autos interessiert, landet bei der Kfz-Innung, wer lieber mit Holz arbeitet, bei den Tischlern. Auch Maler, Schornsteinfeger, Gerüstbauer, Metzger, Elektroniker, Techniker und Fachleute aus Industrie und Banken zeigen, was ihren Berufsalltag ausmacht. Genauso wie Mitarbeitende aus Pflege und Rettungsdienst.
So bunt präsentierte sich am heutigen 28. August die Messe „Erlebnis Berufe“ im Beruflichen Schulzentrum Odenwaldkreis (BSO) in Michelstadt. In der ersten Veranstaltung dieser Art wurde Berufsorientierung zum Ausprobieren angeboten. Über 30 Unternehmen, Institutionen und Innungen waren dabei und konnten auf dem ganzen Schulgelände rund 1.300 Schülerinnen und Schüler willkommen heißen.
Der Erste Kreisbeigeordnete und Bildungsdezernent Oliver Grobeis ist mit dieser Premiere mehr als zufrieden: „Es ist toll, was die Organisatoren, Unternehmen und Institutionen für junge Leute auf die Beine gestellt haben“, sagte er bei der Eröffnung. Die Bedeutung der Messe liegt für ihn zum einen in einem direkt erlebbaren Beitrag zur Berufsorientierung. „Aber sie ist auch ein wichtiger Baustein der Fachkräftesicherung in der Region. Denn Unternehmen können nur dann Nachwuchs gewinnen, wenn junge Menschen ihre Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten kennen, die ihnen die heimische Wirtschaft bietet. Auf dieser Messe können sie ihre Chancen als die Fachkräfte von morgen kennenlernen.“
Horst Schad, Schulleiter des BSO, dankte allen Beteiligten ebenfalls für ihr Engagement und hob hervor: „Wer junge Menschen frühzeitig mit Unternehmen, Berufen und Ausbildungsmöglichkeiten in Kontakt bringt, schafft die Voraussetzung dafür, dass aus Neugier vielleicht einmal eine Ausbildungsentscheidung und später eine berufliche Perspektive in der Region wird.“
Auch Eltern waren eingeladen, sich ein Bild von den verschiedenen Möglichkeiten zu machen. Außerdem nimmt am Nachmittag Prof. Dr. Tobias Brändle von der Hochschule Pforzheim in einem Impulsvortrag verbreitete Vorstellungen über Ausbildung, Studium sowie Meister- und Technikerqualifikationen unter die Lupe.

Hinter der Veranstaltung steht eine breite Kooperation des OloV-Netzwerks für den Übergang von Schule und Beruf. Beteiligt sind neben dem BSO unter anderem die Bundesagentur für Arbeit in Michelstadt, die Kreishandwerkerschaft Odenwaldkreis, die IHK Darmstadt Rhein Main Neckar, die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, die Industrievereinigung Odenwald (IVO) sowie der Odenwaldkreis mit seiner OloV-Koordination und der Wirtschaftsförderung.
Für die Wirtschaftsförderung verwies Sonny Wießmann die große Vielfalt der Berufsfelder, die sich in der Messe zeige. Wie er, so hob auch Kreishandwerksmeister Martin Schlingmann die Bedeutung des gemeinsamen Engagements für junge Leute hervor, wie es in dieser Veranstaltung besonders deutlich sichtbar werde. Der Zweite IVO-Vorsitzende Wilfried Schulz sagte im Rahmen der Eröffnung, dass es für die Odenwälder Betriebe unerlässlich sei, ihren Fachkräftenachwuchs selbst auszubilden.
Die hessenweite Strategie OloV wird gefördert von der Europäischen Union sowie aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum und des Hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen. „OloV“ steht für „Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule – Beruf“.
