Die Freibad-Saison kann kommen: Das Bad in Fränkisch-Crumbach ist in einer fast zweijährigen Bauzeit vollständig modernisiert worden. „Ich freue mich darüber sehr, denn das Schwimmbad ist eine nicht wegzudenkende Sport- und Freizeitanlage in unserer Gemeinde“, sagt Bürgermeister Matthias Horlacher zu Landrat Frank Matiaske, der sich jüngst das sanierte Freibad angeschaut hat.
Mit dabei ist auch Ulrike Büchner. Sie ist Expertin für kommunale Förderprogramme im Landratsamt und berät die Städte und Gemeinden. Im Laufe des Schwimmbad-Projekts war sie auch in Fränkisch-Crumbach tätig geworden. Dank ihrer Hilfe konnte die Fördersumme noch einmal um 300.000 Euro auf insgesamt 3,5 Millionen Euro erhöht werden. Die Grundlage war bereits vorher gelegt worden, maßgeblich durch die Initiative des damaligen Bundestagsabgeordneten Dr. Jens Zimmermann sowie durch den früheren Bürgermeister Eric Engels.
Für Landrat Matiaske ist die Freibadsanierung „ein klares Beispiel dafür, was durch gutes, koordiniertes Fördermittelmanagement erreicht werden kann“. Sich um Fördergelder zu bemühen, sei kein Luxus, sondern strategisch notwendig. „So wird die Infrastruktur im Odenwaldkreis enorm gestärkt und Lebensqualität vor Ort gesichert.“
Genau deswegen und um die Städte und Gemeinden zugleich in den mitunter sehr komplexen Antragsverfahren zu entlasten, hatte sich der Landrat für eine zentrale Fördermittelberatung stark gemacht. Das heißt: passende Fördertöpfe identifizieren, Anträge strukturiert vorbereiten, Gespräche mit Fördermittelgebern führen, beim Mittelabruf helfen.
Büchner hat die Stelle, die direkt beim Landrat angesiedelt ist, seit 2022 inne. Davor war sie in der Abteilung für Dorf- und Regionalentwicklung tätig und hat von dort viel Erfahrung im Fördermittelmanagement mitgebracht. Ihre jetzige Stelle ist über Landesmittel für Interkommunale Zusammenarbeit gefördert.
Bisher insgesamt rund vier Millionen Euro Fördermittel in den Kreis geholt
In den mittlerweile vier Jahren ist viel passiert. Insgesamt konnten dank Büchners Unterstützung rund vier Millionen Euro an Fördermitteln in den Odenwaldkreis geholt werden. Das heißt neben den 300.000 Euro für das Freibad in Fränkisch-Crumbach weitere 3,7 Millionen Euro. Möglich wurde das sowohl durch die enge Kooperation Büchners mit den Städten und Gemeinden als auch mit Kolleginnen und Kollegen in der Kreisverwaltung, nicht zuletzt mit dem Eigenbetrieb Bau- und Immobilienmanagement.
Dieser ist zum Beispiel für Schulbauten zuständig, und Büchner half erst jüngst wieder, Fördermittel für die Entsiegelung des Schulhofs einer Grundschule einzuwerben. Das schaffte den finanziellen Spielraum, um Spielgeräte für die Schule anzuschaffen. „Es sind auch solche vergleichsweise kleinen Projekte, die mir Spaß machen, denn auch sie haben einen unmittelbar zu spürenden Nutzen“, so Büchner.
Ein anderes Feld ist die Gemeinwesenarbeit in Städten und Gemeinden, die ebenfalls gefördert werden kann. Hier hat zum Beispiel Michelstadt die Expertise Büchners eingeholt.
Landrat Matiaske und Fördermittelberaterin Büchner wissen, dass die Kommunen immer auch einen Eigenanteil zahlen müssen, wenn sie Fördergelder nutzen möchten. „Ja, das ist angesichts der knappen Haushalte nicht immer leicht, aber so ist nun einmal die Systematik“, sagt der Landrat. „So gut es wäre, wenn Bund und Land die Kommunen insgesamt finanziell besser ausstatteten, so falsch wäre es, darauf zu warten und Fördergelder liegen zu lassen.“
Gezielt geeignete Programme finden
Büchner schätzt, dass es seitens der Europäischen Union, des Bundes und des Landes Hessen insgesamt rund 2.000 Förderprogramme für Kommunen gibt. Allein der Bund hat rund 850. „Ich informiere mich intensiv über die Förderlandschaft und bin bei neuen Entwicklungen up-to-date“, sagt Büchner. Natürlich kennt sie nicht jedes einzelne Programm aus dem Effeff. „Aber ich weiß, wie ich geeignete Programme finden kann, wenn eine Kommune mit einer Idee auf mich zukommt.“
Zu ihren Aufgaben gehört es aber auch, solche Ideen zu prüfen. „Mir ist es wichtig, darauf zu schauen, was eine Kommune braucht, was sinnvoll ist. Darüber spreche ich dann mit dem Bürgermeister und wir tauschen uns über unsere jeweiligen Perspektiven aus.“ Aktuell gelangen 50 bis 70 Förderanfragen im Jahr auf ihrem Schreibtisch. „Das darf gerne mehr werden, um zusätzliche finanzielle Ressourcen in den Kreis zu holen.“
Landrat Matiaske ermuntert die Städte und Gemeinden, den Rat Büchners noch intensiver zu nutzen. „Mehr als die Hälfte der Kommunen tut das bereits, was mich freut. Die anderen dürfen gerne aktiver werden.“ Büchner selbst will ihrerseits noch mehr auf die Städte und Gemeinden zugehen und Schulungen im Fördermittelbereich anbieten. Langfristig möchte sie ein weitgehend digital unterstütztes Fördermittelmanagement aufbauen, um kommunale Investitionsvorhaben möglichst schnell mit passenden Förderprogrammen zu verknüpfen.
Kontaktaufnahme mit hilfreichem Online-Tool
Damit die Kommunen schon jetzt möglichst unkompliziert zu ihr Kontakt aufnehmen können, hat Büchner eine Online-Abfrage eingerichtet, in der zugleich alle relevanten Projektdaten erfasst werden können. „Das hilft sehr bei dann folgenden Gesprächen.“ Häufig wird sie aber auch direkt angerufen oder bekommt Mails, besonders dann, wenn ein Rat schnell gefragt ist.
Büchner informiert die Kommunen über einen regelmäßig erscheinenden Newsletter. Er klärt über aktuelle Förderaufrufe, relevante Programme und Fristen auf. „Das hat sich als niedrigschwelliges und effektives Instrument bewährt.“ Zugleich beobachtet sie aktiv das kommunalpolitische Geschehen – etwa über Pressemitteilungen oder Medienberichte. „So kann ich mögliche Förderzugänge früh erkennen und gezielt ansprechen.“
Schließlich ist Büchner mit vielen Akteuren vor Ort und mit kreisweit tätigen Organisationen im Austausch. Aber auch ein guter Kontakt zu Landtags- und Bundestagsabgeordneten ist ihr wichtig. „Je besser man auf allen Ebenen vernetzt ist, desto erfolgreicher ist Fördermittelmanagement.“
