Neues Schulradroutennetz
im Odenwaldkreis freigeschaltet

Der Erste Kreisbeigeordnete Oliver Grobeis und Jürgen Volk, Stadtrat der Stadt Erbach, haben heute (16.4.) gemeinsam mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern des Odenwaldkreises und des Staatlichen Schulamts an der Schule am Sportpark das neue Schulradnetz für den Odenwaldkreis vorgestellt. Ab sofort lassen sich über den Schulradroutenplaner Hessen passende Routen mit dem Rad zur Schule auch für alle neun weiterführenden Schulen, zwei Förderschulen und das Berufliche Schulzentrum finden. Der Odenwaldkreis setzt damit ein starkes Zeichen für eine sichere und selbstständige Mobilität von Kindern und Jugendlichen. 

Das Projekt wurde gemeinsam mit der Gesellschaft für Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain (ivm) umgesetzt, damit Schülerinnen und Schüler sicher, selbstbewusst und mit Freude in die Pedale treten können.  Alle Routen können ab sofort unter www.schulradrouten.de abgerufen werden. „Es ist uns ein großes Anliegen, dass Kinder und Jugendliche sicher und eigenständig unterwegs sein können. Mit dem nun vorliegenden Schulradroutennetz haben wir die Grundlage dafür geschaffen, das Schülerinnen und Schüler eine geeignete Route mit dem Rad zur Schule finden können.  So fördern wir eine zeitgemäße und nachhaltige Mobilität im Schulalltag und stärken zugleich die Selbstständigkeit der jungen Generation“, sagte Oliver Grobeis, Erster Kreisbeigeordneter und Bildungsdezernent im Odenwaldkreis.

Eine Schülerin hält ein Blatt mit einer Umfrage zum Schulmobilitätsplan in der Hand.
Lektüre: Während im Innenhof der Schule am Sportpark die Veranstaltung zum Radroutennetz stattfindet, befassen sich Schülerinnen und Schüler in einem benachbarten Klassenraum mit dem Schulmobilitätsplan.

Das Schulradroutennetz ist ein speziell auf die Wege zur Schule abgestimmtes und qualitätsgesichertes Radroutennetz, das möglichst sichere Verbindungen zwischen Wohngebieten und weiterführenden Schulen im Odenwaldkreis bietet. Insgesamt umfasst das neue Netz 391 Kilometer. Die Routen verlaufen auf der bestehenden Infrastruktur und wurden so ausgewählt, dass sie möglichst sicher, direkt und verständlich sind. Wichtige zusätzliche Hinweise bieten sogenannte Aufmerksamkeitspunkte, die auf besondere Herausforderungen im Straßenverkehr hinweisen und dabei helfen, auch schwierige Verkehrssituationen sicher zu meistern. 

„Die Erarbeitung und Abstimmung des Schulradroutennetzes erfolgt in einem bereits erprobten Verfahren“, so Heike Mühlhans, Geschäftsführerin der ivm. „Dabei legen wir großen Wert darauf, die örtlichen Gegebenheiten und das Wissen der Beteiligten vor Ort intensiv einzubeziehen.“ Beauftragt mit der konkreten Planung war die Planersocietät, ein in der Radverkehrs- und Schulwegplanung erfahrenes Planungsbüro. Die Verkehrsplanerinnen und Verkehrsplaner haben zunächst mögliche Radrouten analysiert, befahren und darauf aufbauend konkrete Vorschläge erarbeitet. 

Anschließend wurden Schulen, Kommunen, lokale Mobilitätsverbände und Initiativen sowie die zuständigen Mitarbeitenden der Kreisverwaltung aktiv in den weiteren Prozess involviert, zum Beispiel die beiden Mobilitätskoordinatoren Markus Linkenheil und Thomas Schuhmacher. „Das neue Online-Angebot ist ein Beitrag zu mehr nachhaltiger Mobilität im Odenwaldkreis und wir freuen uns, dass es den Schülerinnen und Schülern sowie ihren Eltern nun zur Verfügung steht“, sagten sie anlässlich der Freischaltung des Netzes.

Neben den Expertinnen und Experten vor Ort wurden auch die Schülerinnen und Schüler aktiv in die Gestaltung des Schulradroutennetzes eingebunden. Sie kennen ihre Schulwege am besten und konnten wertvolle Hinweise und Perspektiven in den Planungsprozess einbringen. Im Rahmen des Projekts wurde an der Schule am Sportpark in Erbach am 13.11.2025 ein Schulprojekttag mit dem Sportvertiefungskurs der 5. und 6. Stufe durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler haben intensiv ihre Wegen zur Schule begutachtet und sich auch mit Thema Radfahren und nachhaltige Mobilität beschäftigt. Ergänzend wurden im vergangenen Jahr im Rahmen des Ganztagsangebots Fahrräder angeschafft, die vielfältig im Schulalltag eingesetzt werden und dazu beitragen, die eigenständige Mobilität sowie die Freude an Bewegung und nachhaltiger Fortbewegung zu fördern. Die Schule am Sportpark erarbeitet zudem aktuell einen Schulmobilitätsplan mit der Stadt Erbach und dem Kreis, mit dem Ziel weitere Maßnahmen für eine sicheren und eigenständigen Schulweg auf den Weg zu bringen.

Die Erarbeitung von Schulradroutennetzen ist ein zentraler Baustein des Fachzentrum Schulisches Mobilitätsmanagement, welches das Land Hessen im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH) 2018 ins Leben gerufen hat, um eine eigenständige und sichere Mobilität von Schülerinnen und Schülern zu fördern. Das Fachzentrum, angelegt bei der ivm, unterstützt hessische Schulen, Schulträger und Kommunen dabei, Maßnahmen zum Schulischen Mobilitätsmanagement umzusetzen. Über 655 Schulen in 18 Landkreisen sowie allen kreisfreien Städten in Hessen sind bereits an das Schulradroutennetz angebunden. Derzeit umfasst das Schulradroutennetz eine Gesamtlänge von rund 10.594 Kilometern.