In einer feierlichen Veranstaltung im Bürgerhaus Höchst i. Odw. hat Hartmut Klein aus Mümling-Grumbach am 20. April das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten. Zahlreiche Gäste aus Politik, Ehrenamt und persönlichem Umfeld waren der Einladung gefolgt, um diese besondere Ehrung gemeinsam zu begehen. Zu den Anwesenden zählten unter anderem Landrat Frank Matiaske, der das Bundesverdienstkreuz aushändigte, Bürgermeister Jens Fröhlich (Höchst i. Odw.), Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen Gremien sowie langjährige Wegbegleiter, Freunde und Familienangehörige.
Landrat Matiaske betonte in seiner Ansprache die besondere Bedeutung der Auszeichnung und die Persönlichkeit des Geehrten und bezeichnete Hartmut Klein als „Sinnbild für ehrenamtliches Engagement weit über den Odenwaldkreis hinaus“. Er betonte, dass viele der heute bestehenden Strukturen ohne seinen Einsatz nicht denkbar wären.
Für Matiaske war die Verleihung eine Premiere: „Dass ich heute erstmals ein Bundesverdienstkreuz überreichen darf und Hartmut Klein sich diese hohe Ehrung ausdrücklich hier in seiner Heimat gewünscht hat – ‚bitteschön im Odenwald‘ –, passt ganz zu seinem Wesen: bodenständig, heimatverbunden und immer dem Gemeinwohl verpflichtet. Sein jahrzehntelanges Wirken in der Kommunalpolitik und sein unermüdlicher Einsatz für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen verdienen höchsten Respekt und großen Dank.“
Seit mehr als 45 Jahren engagiert sich der Diplom-Ingenieur und pensionierte Bauleiter Hartmut Klein ununterbrochen in der Kommunalpolitik seiner Heimatgemeinde Höchst i. Odw. Seit 1981 gehörte er der Gemeindevertretung an, deren Vorsitzender er über viele Jahre hinweg war. Darüber hinaus war er von 1989 bis 2026 Mitglied des Ortsbeirats Mümling-Grumbach. In diesen Funktionen prägte er die kommunalpolitische Arbeit mit großer Kontinuität, Verlässlichkeit und einem klaren Werteverständnis – oftmals unter Zurückstellung persönlicher Interessen.
Neben seinem politischen Engagement setzte Hartmut Klein bereits seit 1976 bedeutende Impulse im sozialen Bereich. Besonders hervorzuheben ist sein jahrzehntelanger Einsatz für Kinder und Jugendliche mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen. Ausgehend auch von persönlicher Betroffenheit entwickelte er früh ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse der Betroffenen und ihrer Familien – verbunden mit dem Anspruch, konkrete Verbesserungen zu erreichen. So war er maßgeblich an der Gründung und Entwicklung zentraler Einrichtungen und Initiativen im Odenwaldkreis beteiligt, darunter die „Aktion Behindertes Kind Odenwaldkreis e. V.“, deren Vorsitzender er ununterbrochen seit 1985 ist. Ebenso wirkte er an der Entstehung wichtiger Strukturen wie der Werkstatt für Menschen mit Behinderung, der Integra gGmbH sowie familienentlastender Angebote mit. Sein Engagement trug entscheidend dazu bei, die schulische und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung nachhaltig zu verbessern.
Auch die Schule am Drachenfeld ist eng mit seinem Wirken verbunden: Hartmut Klein begleitete deren Entstehung maßgeblich und steht ihr bis heute als verlässlicher Ansprechpartner zur Seite. Darüber hinaus organisiert er über Jahrzehnte hinweg Freizeitangebote, Urlaube und Unterstützungsangebote für betroffene Familien und engagiert sich unermüdlich in der Spendenakquise.
Für die Turn- und Sportgemeinde Bad König 1863 e. V. war Hartmut Klein als Handball-Schiedsrichter tätig. Er leitete in 30 Jahren Handballspiele bis in die höchsten hessischen Ligen, wofür er vom Verein und vom Hessischen Handballverband mehrfach ausgezeichnet wurde.
Bürgermeister Jens Fröhlich würdigte in seiner Ansprache insbesondere die persönlichen Eigenschaften des Geehrten. Hartmut Klein habe sein Amt stets „mit Leben gefüllt“, sei ein „ruhiger Pol, Brückenbauer und verlässlicher Orientierungspunkt“ gewesen. Seine bescheidene Art, seine Integrität und seine Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, ohne sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, zeichneten ihn in besonderer Weise aus. Inklusion habe er nicht nur gefordert, sondern täglich gelebt.
Für sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement wurde Hartmut Klein bereits im Jahr 2017 mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet. Mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande erfährt sein Lebenswerk nun eine weitere, herausragende Würdigung.

Sichtlich bewegt nahm Hartmut Klein die Auszeichnung entgegen und dankte allen Anwesenden für die langjährige Unterstützung und Begleitung. Sein besonderer Dank galt dabei auch seiner Ehefrau Renate, die ihn über all die Jahre hinweg unterstützt hat.
Musikalisch begleitet wurde die Feierstunde durch den stimmungsvollen Gesang von Sandra Patsis aus Breuberg.
