Das Kommunale Job-Center (KJC) des Odenwaldkreises in Erbach hat auch in diesem Jahr eine Veranstaltung zur beruflichen Orientierung für seine junge Kundschaft angeboten. Insgesamt wurden 235 Schülerinnen und Schüler im SGB (Sozialgesetzbuch) II-Leistungsbezug, die sich im Übergang von der Schule in das Berufsleben befinden, eingeladen. Diejenigen, die das Angebot zur beruflichen Orientierung nutzen wollten, konnten sich jeweils an einem von drei Tagen in den Osterferien im Erbacher Landratsamt Präsentationen von sozialen Trägern anschauen und persönliche Beratungsgespräche in Anspruch nehmen.
„Insgesamt erschienen 116 Schülerinnen und Schüler, das sind knapp 50 Prozent der Eingeladenen“, erläutert André Danilo Epp, Stellvertretender Teamleiter U25/Arbeitsmarktplanung im Eingliederungsbereich des KJC. „Da die Teilnahme freiwillig ist, sind wir mit diesem Ergebnis zufrieden. Auch in den letzten Jahren haben wir immer ähnliche Erfahrungen gesammelt. Das bedeutet, dass unser Angebot greift und Sinn macht.“
Die Veranstaltung wurde pro Tag in zwei Blöcke von jeweils 90 Minuten aufgeteilt. Dadurch stellten die Vermittlungscoaches sicher, dass sie den Teilnehmenden nach den Präsentationen auch für persönliche Gespräche zur Verfügung stehen konnten.
Vor Ort präsentierten sich neben dem KJC die Jugendwerkstätten Odenwald e.V. (JWO) und das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e. V. (BWHW) mit seinem Projekt „Wirtschaft integriert“.
Leicht zugängliche Angebote ermöglichen unkomplizierte Orientierung
Von den JWO stellten Marketa Suppes, Dozentin in Integrationskursen, und Carsten Rohmann, Sozialpädagoge im Jugendmigrationsdienst (JMD), ihre niedrigschwelligen Angebote zur Begleitung von jungen Menschen vor. „Wir fungieren als Ansprechstelle für junge Menschen zwischen zwölf und 27 Jahren mit Migrationshintergrund“, erklärt Rohman. „Dabei geht es unter anderem um Themen wie Sprachförderung, schulische und berufliche Orientierung sowie Unterstützung bei der Integration in den Alltag.“ Grundlage der Arbeit sei dabei eine Begegnung auf Augenhöhe und das ernsthafte Eingehen auf die individuellen Anliegen der jungen Menschen.
Menschen mit Migrationsgeschichte und/oder Fluchterfahrung können nach Erfüllung der Schulpflicht, in der Regel ab etwa 16 Jahren, an einem Integrationskurs teilnehmen. Ziel ist es hier, das Sprachniveau B1 zu erreichen. „Wir begleiten die Teilnehmenden auf Wunsch auch über den Kurs hinaus weiter“, erläutert Suppes und freut sich: „So ist eine Schülerin von mir mittlerweile selbst Integrationsguide in einer Kommune des Odenwaldkreises geworden.“
Klaus Marquardt und Nicole Lieber vom BWHW präsentierten drei Angebote für die Interessierten. So bietet das Programm „Berufsorientierung BOPlus“ die Möglichkeit, im Zeitraum von vier bis sechs Monaten drei verschiedene Berufe auszuprobieren, um die eigenen Kompetenzen und Vorlieben besser kennenzulernen. Bei der „Einstiegsqualifizierung EQPlus“ können sie ihren Wunschberuf in sechs bis zwölf Monaten kennenlernen. Und die „Ausbildungsbegleitung ABPlus“ unterstützt die Teilnehmenden über die gesamte Dauer der Ausbildung auf dem Weg zu ihrem erfolgreichen Berufsabschluss. „Ziel ist es, allen Menschen die Ausbildung für ihren Wunschberuf anzubieten“, so Marquardt. „Schließlich soll man ja möglichst lange glücklich in seinem Beruf sein.“ Und Kollegin Lieber fügt hinzu: „Wir helfen da, wo es hakt. Und manchmal ist es einfacher, jemanden zu fragen, der oder die nicht zur Familie gehört“. Zudem gäbe es weitere flexible Unterstützungsangebote. So bestehe auch die Möglichkeit, einen Direkteinstieg ins Berufsleben zu organisieren.
Das DRK, über das ebenfalls in dem Vortrag vom KJC gesprochen wurde, bietet jungen Menschen mit seinem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) die Möglichkeit, Tätigkeiten in sozialen Einrichtungen wie beispielsweise Krankenhäusern, Behinderteneinrichtungen oder Altenheimen auszuprobieren.
Fragen zu dieser Veranstaltung oder zu weiteren Details bezüglich der konkreten Angebote beantwortet gerne Lukas Köbler vom Team U25/Arbeitsmarktplanung telefonisch unter 06062 6014 - 1286 oder per E-Mail an l.koebler@odenwaldkreis.de.
