Landrat besucht Therapiezentrum Janowicz in Oberzent

Die Erweiterung der Tagesklinik für ambulante Rehabilitation Therapiezentrum Janowicz in Oberzent-Beerfelden ist in vollem Gange. Davon konnte sich Landrat Frank Matiaske gemeinsam mit Gabriele Quanz, der Leiterin der Stabsstelle Wirtschaftsförderung, jüngst selbst ein Bild machen. Die Erweiterung wird über die LEADER-Strategie gefördert. Dabei handelt es sich um Fördermittel der Europäischen Union und des Landes Hessen zur Entwicklung ländlicher Regionen. Für einen Erweiterungsbau an der Cafeteria einschließlich der dazugehörigen Außenanlage erhält das Unternehmen rund 196.000 Euro. Ziel ist es, die ambulante Rehabilitationseinrichtung für orthopädische und traumatologische Erkrankungen weiter zu stärken und damit einen wichtigen Beitrag zur regionalen Gesundheitsversorgung zu leisten. 

Den Förderbescheid hatte Landrat Matiaske bereits im Sommer vergangenen Jahres übergeben. Auf Einladung von Geschäftsführer Max Janowicz besuchte er nun gemeinsam mit Gabriele Quanz das Therapiezentrum, um sich vor Ort über die Arbeit der Einrichtung und den Fortschritt des Projekts zu informieren. 

Das Therapiezentrum ist auf orthopädische und traumatologische Erkrankungen spezialisiert und bietet Patientinnen und Patienten wohnortnahe ambulante Rehabilitation – auch im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt. Eine ambulante Rehamaßnahme dauert in der Regel drei bis vier Wochen und umfasst täglich mehrere Stunden Therapie. 

Geschäftsführer Max Janowicz führt das Unternehmen inzwischen in zweiter Generation. Seine Eltern Werner und Elke Janowicz, die das Therapiezentrum aufgebaut haben, sind weiterhin operativ tätig, haben die Geschäftsführung jedoch an ihren Sohn übergeben. „Ich bin mit dem Betrieb groß geworden und habe schon früh Einblicke in die Arbeit hier bekommen“, erzählt Max Janowicz. Heute liegt sein Schwerpunkt vor allem im betriebswirtschaftlichen Bereich und im Qualitätsmanagement. 

Da es das Angebot einer ambulanten Rehabilitation hauptsächlich in Großstädten und Ballungsgebieten gibt, ist die Tagesklinik ein besonderer Gewinn für die Region respektive den Odenwaldkreis. Landrat Frank Matiaske betont die Bedeutung solcher Einrichtungen für die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum: „Gerade im Odenwaldkreis ist es entscheidend, dass medizinische und therapeutische Angebote wohnortnah und niedrigschwellig erreichbar sind. Einrichtungen wie das Therapiezentrum Janowicz sorgen dafür, dass Patientinnen und Patienten hochwertige Rehabilitation erhalten können, ohne weite Wege auf sich nehmen zu müssen.“ 

Insgesamt kostet das über LEADER unterstützte Projekt rund 532.000 Euro. Gefördert werden der Ausbau der inzwischen zu klein gewordenen Cafeteria, Maßnahmen im Außenbereich sowie die Anschaffung einer neuen Küche, zusätzlicher Sitzgelegenheiten und Planungsleistungen. Der Anbau soll den Aufenthalt für Patientinnen und Patienten deutlich verbessern. Perspektivisch ist zudem die Einrichtung einer Kryokammer (Kältekammer) geplant. Die Wirtschaftsförderung des Kreises und die IGO (Interessengemeinschaft Odenwald e.V.) begleiteten das Vorhaben beratend. 

„Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie Förderprogramme konkret helfen können, Arbeitsplätze zu sichern und die Zukunft eines Unternehmens zu stärken“, führt Matiaske aus. „Als Kreis unterstützen wir solche Projekte sehr bewusst, weil sie die medizinische Versorgung und die wirtschaftliche Entwicklung im ländlichen Raum gleichermaßen voranbringen.“

Landrat Frank Matiaske und Gabriele Quanz, Leiterin Stabsstelle Wirtschaftsförderung, machen sich vor Ort ein Bild der Einrichtung.Foto: Konstantina Koch (Kreisverwaltung)

Max Janowicz dankt der Wirtschaftsförderung und der IGO: „Die Beratung war für uns sehr hilfreich. Ohne diese Unterstützung wäre der Weg durch die Förderprogramme deutlich schwieriger gewesen.“ Das Projekt trage zudem dazu bei, „dass sich unsere Patientinnen und Patienten während ihres Aufenthalts noch wohler fühlen“. 

Mit derzeit rund 25 Mitarbeitenden – darunter auch freiberuflich tätige Fachkräfte und Ärzte – ist das Therapiezentrum ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Wie viele Einrichtungen im Gesundheitsbereich ist auch der Betrieb vom Fachkräftemangel betroffen. Um Nachwuchs zu gewinnen, finanziert das Unternehmen unter anderem die Ausbildung angehender Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten. 

Beim anschließenden Rundgang verschafften sich Matiaske und Quanz einen Eindruck von der laufenden Erweiterung der Einrichtung sowie von Therapieangeboten im Außenbereich, darunter ein Barfußpfad und ein Kneipp-Becken. 

„Der Besuch hat eindrucksvoll gezeigt, wie viel Engagement und Innovationskraft in unseren regionalen Betrieben steckt“, resümiert der Landrat. „Solche Unternehmen leisten einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Versorgung und zur wirtschaftlichen Stärke unserer Region.“