Mit dem Rad zur Arbeit – Betriebliches Mobilitätsmanagement im Fokus

Eine Vielzahl von Arbeitnehmenden fährt mit dem Auto zur Arbeit – in ländlich geprägten Räumen, wie dem Odenwaldkreis, ist die Zahl nochmals höher als in verdichteten Siedlungsgebieten. Dabei kann eine Fahrt zur Arbeit mit dem Rad gleich mehrfach Vorteile mit sich bringen: Wie der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) ermittelte, hängen Radfahrende bei Entfernungen bis fünf Kilometer alle anderen Verkehrsteilnehmenden ab. Bei Rädern mit elektrischer Unterstützung ist die Distanz sogar noch größer. Grund ist vor allem die Parkplatzsuche am Arbeitsplatz, während man das Rad im Idealfall direkt in Eingangsnähe festschließen kann. Radfahren ist jedoch vor allem eines – gesund. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO lassen sich Zivilisationskrankheiten, Übergewicht und Herz-Kreislaufkrankheiten durch regelmäßige und moderate Bewegung einfach entgegenwirken. Auch für Rücken, Gelenke und die Psyche wurden positive Auswirkungen festgestellt. Dass Beschäftigte mit regelmäßiger Bewegung insgesamt weniger krank sind, ist längst kein Geheimnis mehr.

Die beiden Nahmobilitätskoordinatoren des Odenwaldkreises, Markus Linkenheil und Thomas Schuhmacher, haben vor kurzem mit der Zusammenstellung und dem Versand von Informationsmaterial für Odenwälder Unternehmen begonnen, um diese umfassend über die genannten Vorteile aufzuklären. „Fehlende Radwege im Odenwaldkreis sind oftmals nicht die Hauptursache, warum das Rad zuhause bleibt“, wissen die beiden Experten. „In den meisten Fällen mangelt es an zeitgemäßen Abstellmöglichkeiten am Zielort.“ So sei zu beobachten, dass klug platzierte, moderne Fahrradbügel meist rege frequentiert werden. Eine ausreichende Zahl an überdachten Stellplätzen und Umkleidemöglichkeiten im Betrieb vorausgesetzt, werde dann sogar bei Wind und Wetter gefahren. 

Das größte Potenzial liege bei Betrieben mit einer höheren Zahl an Mitarbeitenden. Aber auch kleine Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen der Odenwälder Kommunen könnten tätig werden, so die Verkehrsexperten. „Wir wünschen uns Städte und Gemeinden, in denen das Fahrrad im Straßenbild präsent ist. Vor jeden Bäcker, vor jedes Schwimmbad, vor jeden gastronomischen Betrieb gehören Abstellanlagen.“ An strategisch günstig gelegenen Plätzen könnten Do-it-yourself-Servicestationen für kleinere Reparaturen installiert werden. 

Foto einer Radabstellanlage 
Überdachte Anlagen tragen zur Radnutzung auch bei widrigen Witterungsbedingungen ein.

Nach dem Versand der Informationsmaterialien seien nun die Odenwälder Betriebe und Arbeitgebenden am Zug. „Wir sind davon überzeugt, dass die Beschäftigten das Angebot annehmen und zahlreiche Autofahrten durch die Nutzung des Rads ersetzen würden.“ 

Die beiden Nahmobilitätskoordinatoren stehen Arbeitgebenden für eine Begutachtung der vor Ort zur Verfügung stehenden Flächen zur Verfügung und versenden auf Anfrage die ausgearbeiteten Erstinformationen. Sie sind telefonisch erreichbar unter 06062 6014-9114 oder per E-Mail an fussundrad@odenwaldkreis.de.