Der Beitrag führt die Leserinnen und Leser in die Welt der südhessischen Gebildbrote. Während manche Festgebäcke bis heute Teil regionaler Traditionen blieben, geriet die Deije – ein halbmondförmiges, süßes Brauchtumsgebäck – fast vollständig aus dem kulturellen Gedächtnis. Thomas Maul geht ihrer Bedeutung systematisch nach und zeigt, wo sie gebacken, wem sie geschenkt und wie sie im Jahreslauf verwendet wurde. Mit Blick auf historische Quellen, dialektale Belege und seltene Abbildungen rekonstruiert er Form, Herkunft und Verbreitung dieses uralten Backwerks. Dabei wird deutlich, dass die Deije einst ein weit verbreitetes Gebildbrot war, dessen Wurzeln möglicherweise bis in vorchristliche Zeit zurückreichen.
Zum Abschluss öffnet der Autor die Tür zur historischen Backstube: Mehrere Rezepte laden dazu ein, dieses vergessene Gebäck selbst wiederzubeleben. Der Beitrag wird so zu einer lebendigen Spurensuche nach einem fast verlorenen Stück südhessischer Esskultur.
(verfasst von Jeannette Schmidt-Herrmann)
