Sophie Erdmuthe, 1725 in Reichelsheim geboren, ist eine jener historischen Frauenpersönlichkeiten aus dem Odenwald, deren Bedeutung erst auf den zweiten Blick sichtbar wird. Als spätere Fürstin von Nassau-Saarbrücken prägte sie – oft im Hintergrund, aber wirkungsvoll – die politische, kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung ihres neuen Wirkungsraums. Peter Behr zeigt eine gebildete, sprachgewandte und diplomatisch versierte Fürstin, eng verbunden mit den geistigen Strömungen ihrer Zeit. Besonders eindrucksvoll schildert er, wie Sophie Erdmuthe nach dem frühen Tod ihres Mannes als Witwe eigene Akzente setzte: Sie wurde zur Stifterin bedeutender Kunstwerke, förderte das geistige Leben ihrer Umgebung und behauptete sich in einer Epoche, die Frauen selten Anerkennung zugestand.
Mit feinem Gespür für historische Quellen und erzählerisch souverän öffnet Behr neue Perspektiven auf diese Fürstin. Ergänzt wird der Text durch eine Reihe ansprechender Abbildungen, die die Schauplätze ihres Lebens und die kunstvollen Zeugnisse ihrer Zeit vor Augen führen.
(verfasst von Jeannette Schmidt-Herrmann)
