Dass die Mümling in Beerfelden entspringt und bei Obernburg in den Main mündet, ist allgemein bekannt. Auf bayerischer Seite heißt der Fluss amtlich Mömling, und auch die Gemeinde wird so bezeichnet. Für Wolfgang Hartmann stellte sich nun die Frage: Wer gab wem seinen Namen?
Sprachwissenschaftler diskutieren seit langem, ob der Ortsname vom Fluss oder umgekehrt abgeleitet wurde. Einige Forscher vermuten einen Gründer als Namensgeber der Siedlung und verweisen auf die frühe Schreibweise Minimingaha von 1012. Römische Inschriften aus dem Jahr 178 nennen das Gewässer jedoch Nemaninga, was auf eine deutlich ältere Namensgebung hindeutet. Hartmann hat gründlich recherchiert und verschiedene Thesen sowie Indizien zusammengetragen.
So bleibt die Mümling nicht nur ein Fluss, sondern auch ein kleines Rätsel der Geschichte, dessen Spuren sich in Namen und alten Schriften verbergen. Der Beitrag zeigt anschaulich, wie eng geografische Gegebenheiten, sprachliche Überlieferung und Ortsgeschichte miteinander verflochten sind.
(verfasst von Jeannette Schmidt-Herrmann)
