Das 19. Jahrhundert war eine Zeit des Umbruchs: Europa suchte nach neuer Ordnung, nach Freiheit und Reform. Während in Deutschland alte Strukturen restauriert und liberale Bewegungen unterdrückt wurden, entstand in der Schweiz ein Klima geistiger Erneuerung. Die Kantone öffneten sich dem Fortschritt, führten demokratische Verfassungen ein und förderten Bildung, Wissenschaft und Pressefreiheit. Schulen und Universitäten entstanden, und der Gedanke der Freiheit erhielt neues Gewicht. Viele deutsche Gelehrte fühlten sich davon angezogen – unter ihnen auch mehrere Odenwälder: Heinrich Michael Rettig, Georg Ferdinand Rettig, Friedrich Haupt, Georg Büchner und Georg Geilfus. Sie lehrten, schrieben, reformierten und trugen das geistige Erbe ihrer Heimat in eine neue Umgebung. Werner Heil zeichnet ihre Lebenswege nach und zeigt, wie sie mit Wissen, Mut und Idealismus zur Entwicklung des modernen schweizerischen Bildungswesens beitrugen.
(verfasst von Jeannette Schmidt-Herrmann)
