Die Ruine Freienstein im Odenwald erzählt von Jahrhunderten voller Geschichte, Verfall und vorsichtiger Rettung. Einst stolze Burg, verfiel sie nach dem Dreißigjährigen Krieg allmählich, und selbst gelegentliche Reparaturen konnten den Niedergang nicht aufhalten. Rolf Reutter beschreibt eindrucksvoll, wie Bewohner, Behörden und Historiker über Generationen hinweg immer wieder versuchten, das Bauwerk zu sichern. Besonders ausführlich geht er auf die Sicherungsarbeiten 1907–1910, die fachkundigen Besichtigungen durch Denkmalpfleger und Bauräte sowie die Pläne zur Restaurierung von Schildmauer, Kapellenbau und Erker ein. Auch das Engagement von Pfarrer Johannes Meisinger in den 1930er Jahren, der die Ruine als Freilichtbühne nutzte, sowie die Initiativen nach dem Zweiten Weltkrieg bis hin zur Gründung des Fördervereins 2021 werden behandelt.
Reutter zeigt nicht nur die Herausforderungen der Denkmalpflege, sondern vermittelt auch, wie historische Orte durch Engagement, Wissen und Leidenschaft für Geschichte lebendig bleiben können.
(verfasst von Jeannette Schmidt-Herrmann)
