Lehrer Hermann Kahn, Schulrat Wilhelm Gerbig und die Jüdische Bezirksschule in Höchst im Odenwald (1935–1938)

Der Beitrag öffnet ein bewegendes Kapitel Odenwälder Geschichte. Brigitte Diersch zeichnet mit historischer Sorgfalt nach, wie diese einzigartige Schule 1935 trotz politischer Widerstände entstand und für Kinder aus vielen umliegenden Gemeinden ein Ort der Sicherheit und des Zusammenhalts wurde. Zugleich beleuchtet Diersch die  vielschichtige Rolle des damaligen Schulrats Gerbig, dessen Verhalten zwischen Pflicht, Opportunismus und persönlicher Hilfsbereitschaft stand. Präzise recherchierte Quellen geben Einblicke in den Schulalltag, die Sorgen der Familien und den Mut der Lehrkräfte, die den Kindern ein Stück Normalität erhalten wollten. Diersch stützt ihre Darstellung auf zahlreiche historische Zeugnisse, darunter Zeitungsberichte, amtliche Schreiben und private Briefe von Lehrer Kahn nach seiner Emigration.

Die Jüdische Bezirksschule bestand nur wenige Jahre – doch ihre Bedeutung reicht weit darüber hinaus. Die Autorin macht die Menschen hinter den Ereignissen sichtbar und würdigt die stillen Spuren jüdischen Lebens im Odenwald. Ein Beitrag, der tief berührt, mahnt und Erinnerungen wachhält.

(verfasst von Jeannette Schmidt-Herrmann)