Die Pockenepidemie im Großherzogtum Hessen-Darmstadt – Maßnahmen der Regierung bis 1874 – Provinz Starkenburg und Gemeinden Beerfelden und Michelstadt

Gudrun Kahles widmet sich in ihrer Untersuchung einem Thema von hoher historischer und gesundheitspolitischer Relevanz. Die Pocken stellten im 18. und 19. Jahrhundert eine der größten gesundheitlichen Bedrohungen Europas dar. Beginnend mit den ersten Impfungen nach Edward Jenner verfolgt die Arbeit die Entwicklung vom Risiko der Krankheit bis zur Einführung der verpflichtenden Schutzimpfung durch das Reichsimpfgesetz von 1874. Die Autorin beschreibt die Maßnahmen der Regierung, die Einrichtung von Impfanstalten und die Umsetzung der Vakzination in den Gemeinden. Die Untersuchung leistet einen wertvollen Beitrag zur Regionalgeschichte, indem sie die Situation in Beerfelden und Michelstadt exemplarisch dokumentiert. Durch gründliche Quellenauswertung zeigt Kahles, wie die Wechselwirkung von staatlicher Organisation, medizinischer Praxis und gesellschaftlicher Reaktion auf eine lebensbedrohliche Krankheit aussah.

(verfasst von Jeannette Schmidt-Herrmann)