Karl Lehmann (1922–2014) war ein Meister der Elfenbeinschnitzerei und prägte über viele Jahrzehnte das Deutsche Elfenbeinmuseum in Erbach. Mit seiner unnachahmlichen Persönlichkeit und seinem umfassenden Wissen über das Handwerk war er weit über die Grenzen Erbachs hinaus bekannt und zog zahlreiche Besucher in den Bann. Dabei war Lehmanns Weg nicht geradlinig: Nach einer frühen Schnitzlehre, Kriegsjahren, Gefangenschaft und Tätigkeiten fern des Handwerks fand er schließlich im Elfenbeinmuseum seine wahre Berufung. Dort war er nicht nur Schnitzer, sondern auch leidenschaftlicher Vermittler einer Kunst, die im Odenwald eine jahrhundertelange Tradition hat.
Kunstvoll eingefangen bleibt sein Erbe in den Fotografien, die seine Enkelin, die Autorin dieses Textes, hier beigefügt hat – sie zeigen das Können, die Virtuosität und die ästhetische Wirkung der Werke ihres Großvaters. Der Beitrag ist eine berührende Erinnerung an einen außergewöhnlichen Künstler, Handwerker und Menschen.
(verfasst von Jeannette Schmidt-Herrmann)
