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Zahl der Arbeitslosen im August leicht gestiegen

Die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung ist im August landesweit erneut angestiegen, ein Grund ist die anhaltende Aufnahme der Geflüchteten aus der Ukraine. Im Odenwaldkreis waren im August insgesamt 2.187 Personen arbeitslos gemeldet – 86 mehr als im Juli.

 

Betrachtet man die Zahlen getrennt nach den beiden Rechtskreisen, so lässt sich ein Anstieg um 47 auf 1.387 Personen im Zuständigkeitsbereich des Kommunalen Job-Centers (SGB II) erkennen. In der Zuständigkeit der Arbeitsagentur für Arbeit Erbach (SGB III) waren im August 800 Personen arbeitslos gemeldet. Dies ist ein Anstieg von 39 Menschen im Vergleich zum Vormonat.

 

Neben der Aufnahme von Geflüchteten spielen bei dem Anstieg saisonale Faktoren eine Rolle: Junge Menschen beenden die Schule und beginnen nicht gleich mit einer Ausbildung, Ausbildungsverhältnisse enden ohne Übernahme in ein Arbeitsverhältnis und auf Grund der Urlaubszeit werden Entscheidungen zu Stellenbesetzungen erst später getroffen. Der Arbeitsmarkt ist trotzdem aufnahmefähig, was unter anderem dadurch deutlich wird, dass zahlreiche ehemalige Rowenta-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter bereits neue Stellen gefunden haben.

 

Der größte Anstieg wurde bei den arbeitslosen Frauen verzeichnet: Mit 1.106 waren es 75 mehr als im Juli. Die Zahl der arbeitslosen Mitbürgerinnen und Mitbürger ohne deutschen Pass ist von 865 auf 932 gestiegen. Bei den Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren waren es 66 Personen mehr (Gesamt 294). Einzig bei den arbeitslosen Personen über 50 Jahre konnte ein Rückgang verzeichnet werden, die Zahl sank um 14 auf 689.

 

Das Kommunale Job-Center betreute im August 2.264 Bedarfsgemeinschaften, 69 mehr als im Juli. Die Anzahl der Personen in den Bedarfsgemeinschaften ist im Vergleich zum Vormonat um 126 auf 5.101 angestiegen. Die Zunahme steht in Zusammenhang mit dem Rechtskreiswechsel der Geflüchteten aus der Ukraine. Diese haben seit 01. Juli 2022 Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II. Trotz des Anstiegs sind es insgesamt weniger Personen als im August letzten Jahres.

 

Im August waren im Odenwaldkreis 607 freie Arbeitsstellen gemeldet. Das ist ein Anstieg um 6,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Die gemeldeten Arbeitsstellen verteilen sich unter den ersten drei Bereichen mit 221 in der Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung, gefolgt von Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit mit 108 sowie Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung mit 102 Stellen.

 

Dringend benötigt werden weiterhin Fachkräfte insbesondere in den Handwerksbetrieben. Falls Betriebe keine Lehrlinge finden, sollte alternativ überlegt werden, ob über eine „betriebliche Einzel-Umschulung“ Arbeitssuchende zu Fachkräften ausgebildet werden können. Für Fragen zur betrieblichen Einzel-Umschulung stehen die örtlichen Arbeitsagenturen gern zur Verfügung.

 

Mit der Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent liegt der Odenwaldkreis weiterhin unter der hessischen Quote von 5,1 Prozent. Im südhessischen Vergleich liegt die Bergstraße mit 4,0 Prozent vorne und dahinter folgt der der Odenwaldkreis. Auf dem dritten Platz liegt der Landkreis Darmstadt-Dieburg mit 4,6 Prozent. Das Schlusslicht ist die Stadt Darmstadt mit 5,3 Prozent.


01.09.2022


LOGOs: EU Sozialfonds,Hessen und EU Investition in die Zukunft, EFS Für Menschen in Hessen