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Bürgerbeteiligung zur Erarbeitung eines Radverkehrskonzepts

Um das Radfahren im Odenwaldkreis attraktiver und sicherer zu machen, hat der Kreis mit der Erstellung eines Radverkehrskonzepts begonnen. Dabei geht es unter anderem um eine Verbesserung der bestehenden Radwege, um mehr sichere Abstellmöglichkeiten und der Stärkung der Verbindung von Fahrrad und ÖPNV. Im Zuge der Konzeption soll auch ausgelotet werden, ob der Bau neuer Radwege zur Verbindung von Kommunen technisch möglich ist und, falls ja, finanziell sichergestellt werden kann.

 

Damit genau die, die am Ende auch davon profitieren sollen, ihre Ideen und ihr Wissen einbringen können, startet die Kreisverwaltung eine Bürgerbeteiligung. Ab Samstag, 19. Juni, können die Bürgerinnen und Bürger online unter http://odenwaldkreis.rt-verkehr.de daran teilnehmen. Grundlage sind Online-Karten, in denen ein Routennetz für den Radverkehr hinterlegt ist, das nun auf den Prüfstand gestellt werden soll. Die Befragung endet mit Beginn der Sommerferien am 19. Juli.

 

„Unsere Planungen für einen zukunftsfähigen Radverkehr sollten eigentlich mit einer großen Auftaktveranstaltung beginnen – das ist auf Grund der Pandemie derzeit aber leider nicht möglich. Trotzdem sind wir darauf angewiesen, dass die Bürgerinnen und Bürger, die schon jetzt mit dem Rad unterwegs sind, ihr Wissen einbringen. Sie sind die Experten vor Ort“, erklärt Landrat Frank Matiaske das Vorgehen. „Bis zum Frühjahr 2022 soll das Konzept dann fertiggestellt sein und anschließend in Zusammenarbeit mit den Kommunen in die Umsetzung gehen.“

 

Ziel des Konzepts ist es, mittelfristig ein durchgängiges Netz für den Alltagsverkehr zu entwickeln. Dazu arbeiten Klimaschutzmanager Markus Linkenheil und Andrea Kaufmann von der Straßenverkehrsbehörde des Odenwaldkreises mit der Firma R+T Verkehrsplanung GmbH (Darmstadt) zusammen. Das Unternehmen hat bereits unter anderem Radverkehrskonzepte für die Kreise Groß-Gerau und Rhein-Neckar entwickelt. „Eine besondere Herausforderung im Odenwaldkreis ist die Topographie, die jedoch durch die Nutzung von Pedelecs und E-Bikes entschärft werden kann. Somit kann zukünftig auch dort das Fahrrad bzw. das Pedelec im Alltag mehr Aufgaben übernehmen. Natürlich wachsen dadurch auch die Ansprüche an die Wegebeschaffenheit oder die Radabstellanlagen,“ weiß Dominik Könighaus, Projektleiter bei der R+T Verkehrsplanung GmbH.

 

Klimaschutzmanager Linkenheil sieht dabei auch den positiven Effekt für die Umwelt: „Wenn die Nutzung des Fahrrads alltäglicher wird, können wir erreichen, dass einige Pkw-Fahrten überflüssig werden und CO2 eingespart wird. Denn selbst elektrisch-unterstützte Fahrräder haben einen deutlich kleineren ökologischen Fußabdruck als der sparsamste Pkw.“ Andrea Kaufmann von der Straßenverkehrsbehörde ergänzt: „In Kombination mit dem Schienen-Angebot im ÖPNV wird das Fahrrad für einige sicher eine echte Alternative zum Auto sein oder werden. Wir erwarten, dass sich eine verbesserte Radinfrastruktur auch positiv auf den Freizeitradverkehr auswirken wird.“

 

Im Anschluss an die Bürgerbeteiligung geht es dann an die Umsetzung der erarbeiteten Punkte. Dazu wird das Planungsbüro in den direkten Austausch mit den Kommunen gehen. Dabei werden erarbeitete Verbesserungsvorschläge für die bestehende Infrastruktur ebenso besprochen wie Vorschläge für neue Radwege. Alles unter dem Gesichtspunkt, den Odenwaldkreis attraktiv für Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer zu machen.
 

Kurz und knapp:

 

Alle Bürgerinnen und Bürger können sich im Rahmen einer Online-Befragung für das Radverkehrskonzept zu folgenden Fragen äußern: Wo sind bzw. wo wären sie gerne mit dem Rad unterwegs?; Wo sollte gehandelt werden, damit das Radfahren sicherer und attraktiver wird?; Welche Lösungen im derzeitigen Radwegenetz halten sie für gelungen?

Link: http://odenwaldkreis.rt-verkehr.de. Zeitraum: 19. Juni bis 19. Juli.


17.06.2021


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