„Skepsis gegenüber Moderna-Impfstoff nicht angebracht“

Das Impfzentrum und die Arztpraxen verzeichnen nach wie vor eine eher geringe Nachfrage nach Terminen für die Booster-Impfung mit dem Vakzin des Herstellers Moderna. Daher weisen das Gesundheitsamt und die im Corona-Krisenstab des Odenwaldkreises vertretenen Repräsentanten der Ärzteschaft darauf hin, dass jener Impfstoff im Prinzip genauso wirkt wie das Vakzin des Unternehmens Biontech. Das betont auch die Ständige Impfkommission, die diese beiden mRNA-Impfstoffe für die Drittimpfung empfiehlt: „Sie sind hinsichtlich ihrer Wirksamkeit gleichwertig.“

 

„Eine Skepsis gegenüber der Boosterung mit dem Moderna-Wirkstoff ist nicht angebracht, ganz gleich, mit welchem Impfstoff man die ersten Impfungen hatte“, äußern Dr. Antje Siebel, die Leiterin des Gesundheitsamts, sowie die niedergelassenen Ärzte Dr. Ingo Drehmer, Dr. Thomas Eisenhauer, Dr. Michael Schiener und Dr. Lucia Weigand-Honecker. „Deswegen können Moderna-Termine im Impfzentrum und in den Arztpraxen ohne Bedenken gebucht werden.“ Zu beachten sei lediglich, dass jener Impfstoff nur für Personen ab 30 Jahren empfohlen sei; jüngere Menschen sollen sich mit dem Biontech-Vakzin impfen lassen.

 

Die Mediziner verweisen auch auf Äußerungen des Robert-Koch-Instituts, denen zufolge durch eine Drittimpfung auch ein guter Schutz vor einer Erkrankung nach einer Infektion mit der sich ausbreitenden Omikron-Variante des Corona-Virus erzielt werden kann. Über eine mögliche vierte Impfung sei noch nicht entschieden worden, so die Amtsärztin und die niedergelassenen Ärzte. Daher seien die Booster-Impfungen umso wichtiger.

 

Die vergleichsweise hohe Nachfrage nach einer Booster-Impfung mit dem Biontech-Präparat führen sie darauf zurück, dass viele Menschen damit bereits ihre Erst- und Zweitimpfung hatten und es deswegen bekannter sei. „Wichtig ist allerdings ein guter Impfschutz möglichst vieler Menschen, und dazu trägt auch das Vakzin von Moderna entscheidend bei.“ Zumal so genannte Kreuzimpfungen mit zwei verschiedenen Impfstoffen Vorteile mit sich brächten.

 

Im Blick haben die Mediziner dabei vor allem den Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung, derentwegen man ins Krankenhaus muss. Durch die Booster-Impfung werde die Schwere einer Erkrankung deutlich abgeschwächt, betonen sie. „Der Schutz vor der Hospitalisierung, also dem Klinikaufenthalt, ist bei beiden mRNA-Impfstoffen gut, und der Schutz vor Hospitalisierung bleibt länger erhalten als der Schutz vor der Infektion – nach der Impfung mit dem Moderna-Präparat gegebenenfalls sogar länger als bei der mit dem Biontech-Vakzin.“

 

Die Mediziner wenden sich auch an jene, die noch gar nicht geimpft sind und fordern sie auf, sich im Impfzentrum oder bei ihrem Arzt zu melden und beraten zu lassen. „Im Kampf gegen die Corona-Pandemie zählt jede Impfung.“

 

Wer sich impfen lassen möchte, kann sich an die Haus- und Fachärzte oder an das Impfzentrum in Erbach wenden. Informationen dazu stehen auf der Corona-Seite der Kreis-Homepage www.odenwaldkreis.de unter der Kachel „Impfen“.


13.01.2022


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