​​​​​​​Corona-Pandemie schlägt sich auch auf die Arbeit der Kommunalen Job-Center nieder

Grafik-Quelle: SGB II Report des Landes Hessen zur Analyse der Kennzahlen nach § 48a SGB II im Odenwaldkreis des Hessischen Ministeriums für Soziale und Integration

Die Corona-Pandemie hatte 2020 einen sehr großen Einfluss auf die Arbeit der Kommunalen Job-Center (KJC). Seit kurzem liegen die finalen Kennzahlen für das vergangene Jahr vor, sie zeigen: Die Job-Center konnten deutlich weniger Menschen in Arbeit vermitteln. Dies hat auch zur Folge, dass mehr Menschen länger als sonst auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind. Zudem werden mehr Zu- als Abgänge verzeichnet. Alle Ergebnisse der Arbeit der bundesweiten Job-Center sind auf der Internet-Plattform www.sgb2.info einsehbar.

Diese SGB II-Kennzahlen dienen den Job-Centern, um Erfolge zu messen, zu vergleichen und strategisch zu steuern. Sie ermöglichen es den Verantwortlichen, sich auf bestimmte Schwerpunkte der regionalen Arbeitsmarktpolitik zu fokussieren. Die 16 hessischen Job-Center schließen jährlich Zielvereinbarungen mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) ab. Darin vereinbaren beide Partner Zielwerte für bestimmte Kennzahlen, beispielsweise zur Integration von Arbeitsuchenden. In sogenannten Zielnachhaltedialogen reflektiert man gemeinsam in einer konstruktiv-kritischen Atmosphäre die unterjährigen Fortschritte. Die gewohnte Zielsteuerung war in 2020 deutlich erschwert, denn die Corona-Pandemie war der entscheidende Einfluss auf die Entwicklung im Arbeitslosengeld II.

„Wir hätten uns die Zielvereinbarung mit dem Land für 2020 sparen können“, resümiert Erich Lust als für Arbeit und Soziales verantwortliche Hauptabteilungsleiter im Landratsamt des Odenwaldkreises. „Alle internen Steuerungsansätze, um die Ziele zu erreichen, waren ab März 2020 ohne Wirkung. Stattdessen haben die äußeren Einflüsse der Pandemie die Ergebnisse bestimmt." Erst wurden arbeitsmarktpolitische Maßnahmen geschlossen und dann weitgehend auf digitale Angebote umgestellt. Alle individuellen Beratungen waren plötzlich nicht mehr möglich und später im Jahr dann nur noch eingeschränkt oder telefonisch. Und der Arbeitsmarkt, vor allem für die Langzeitarbeitslosen oder Geringqualifizierten, brach gleichfalls ein.

„Die Mitarbeitenden im Kommunalen Job-Center Odenwaldkreis und bei den Maßnahmenträgern haben 2020 alles versucht, um weiterhin Menschen in Arbeit zu bringen, doch bis August des letzten Jahres war dies von wenig Erfolg gekrönt“, so Lust weiter. Danach hatten sich alle auf die Lage eingestellt, so dass bis Jahresende doch noch eine Integrationsquote von 21,4 Prozent erreicht werden konnte. Damit lag das Job-Center des Odenwaldkreises knapp über dem hessischen Durchschnitt von 20,7 und dem bundesweiten von 20,6 Prozent. Zum Vergleich: Im Dezember 2019 lag die Integrationsquote noch bei 28,8 Prozent.

Die dargestellten Zahlen für 2020 lassen die Interpretation zu, dass es den hessischen Kommunalen Jobcentern gelungen ist, die Corona-Auswirkungen der Pandemie abzufedern. Das ist auch darauf zurückzuführen, dass diese ihr Hilfs- und Beratungsangebot unter den erschwerten Bedingungen aufrechterhalten erhalten haben – immer gemäß dem Credo #Stark.Sozial.VorOrt.


31.05.2021


LOGOs: EU Sozialfonds,Hessen und EU Investition in die Zukunft, EFS Für Menschen in Hessen