Testlauf im Impfzentrum erfolgreich

Steht bereit: das Impfzentrum auf dem Wiesenmarktgelände in Erbach Foto: Dominik Hofmann

Hier geht es hinein: der Eingang zum Impfzentrum. Foto: Saskia Hofmann/Kreisverwaltung

Kern des Zentrums: sechs Impfstraßen mit Anmeldung sowie Räumen für Aufklärungsgespräche mit Ärzten und für das Impfen. Foto: Saskia Hofmann/Kreisverwaltung

Oberarm bitte freimachen: Der Impfstoff wird verabreicht (Foto aus dem Testlauf, keine echte Impfung). Foto: Saskia Hofmann/Kreisverwaltung

Der Odenwaldkreis und der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) haben eine positive Bilanz des Testlaufs im Impfzentrum gezogen, der am Samstag stattgefunden hat. Rund 100 Freiwillige aus dem Landratsamt als Testpersonen und viele Kräfte aus mehreren Hilfsorganisationen hatten einen Impftag simuliert, um Räumlichkeiten und Abläufe auf deren Tauglichkeit zu prüfen. Maßgeblich begleitet wurde die Übung durch die Betreuungszüge des Odenwaldkreises und des Katastrophenschutz-Stabes des Odenwaldkreises, besetzt durch Feuerwehr und den Rotkreuzbeauftragten des DRK. „Bis auf einige Marginalien hat alles gut geklappt. Ich danke allen für ihren Einsatz“, sagte Landrat Frank Matiaske. „Das Zentrum wurde sehr gut geplant und wird allen vom Land Hessen an uns gestellten Anforderungen gerecht.“

 

Die Kreisverwaltung hat das Zentrum in Form einer großen Messehalle auf dem Erbacher Wiesenmarkt-Gelände erstellen lassen und wird es für die Durchführung der Impfungen dem DRK übergeben. Für die Organisation der Anmeldungen ist nicht der Kreis, sondern das Land Hessen zuständig. Geplant ist ein Anmeldeverfahren über die Kassenärztliche Vereinigung (KV) per Telefon und Internet. Die Inbetriebnahme des Zentrums ist für den 28. Dezember geplant.

 

Für den Kreis sind Verwaltungsleiter Oliver Kumpf, Kreisbrandinspektor Horst Friedrich und die Leiterin des Gesundheitsamts, Dr. Antje Siebel, federführend. Im Auftrag des DRK wird Holger Wießmann für die Arbeit in dem Zentrum verantwortlich sein; er scheidet als DRK-Geschäftsführer mit dem Ende dieses Jahres aus und übernimmt dann diese neue Aufgabe. „Das Ganze ist schon eine Mammutaufgabe“, sagte er. „Wir stellen ihr uns aber sehr gerne und in der Überzeugung, die Pandemie im Odenwald wirksam zu bekämpfen.“

 

Ein Schwerpunkt der Arbeit des DRK wird die Personalplanung sein, wie Wießmann und dessen Nachfolger in der Geschäftsführung, Frank Sauer, am Ende des Testlaufs betonten. Auf die Aufrufe des Odenwaldkreises und des DRK zur Mitarbeit in dem Zentrum haben sich etwa 700 Menschen gemeldet. Diese Meldungen werden gesichtet, so dass Dienstpläne erstellt werden können. Ebenso ist mit Frank Buffleb ein Erbacher Apotheker an Bord, der den gelieferten Impfstoff so zubereitet, dass er auch verabreicht werden kann.

 

Die Stationen im Impfzentrum von der An- bis zur Abmeldung

 

Für eine Impfung in dem Zentrum muss man sich vorher bei der KV registrieren lassen und seine Impfberechtigung nachweisen. Ohne vorherigen Termin kann keine Impfung durchgeführt werden. Terminvereinbarungen direkt über das Impfzentrum sind nicht möglich.

 

Mit der Terminbestätigung der KV weist man sich am Eingang des Zentrums nach Fiebermessen und Händedesinfektion aus und wird dann einer von sechs Impfstraßen zugeteilt. Dort meldet man sich mit Krankenkassenkarte und Impfpass an. Dann gibt es einen Wartebereich, bevor es in einem separaten Raum ein ärztliches Aufklärungsgespräch gibt. Wer sich vorab ausreichend informiert oder beispielsweise von seinem Hausarzt über die Impfung informiert wurde, kann jenes Gespräch verkürzen. Dann geht es nach einer abermaligen Wartezone in einen weiteren Raum zur Impfung. Dieser ganze Vorgang dauert etwa 20 Minuten.

 

Danach gibt es einen offenen Raum zur Überwachung; in ihm kann man sich bis zu 15 Minuten aufhalten. Falls sich jemand unwohl fühlen sollte, gibt es speziell abgetrennte Bereiche mit Liegen. Sanitäter stehen bereit. Am Ende meldet man sich an einem von zwei Schaltern ab und verlässt das Zentrum.

 

Für eine vollständige Immunisierung sind zwei Impfstoffdosen im Abstand von etwa 21 Tagen notwendig. Dies bedeutet, dass alle Impflinge das Prozedere zweimal durchlaufen müssen. Die Buchung des zweiten Termins kann bereits bei der ersten Kontaktaufnahme mit der Terminvergabehotline der KV oder über das entsprechende Internetportal erfolgen.

 

 

„Akustik noch zu verbessern“

 

 „Wir können tatsächlich sehr zufrieden sein“, bilanzierte Kumpf nach dem Testlauf. „Schon die Vorplanungen und Vorarbeiten der Verwaltung sowie der beteiligten Organisationen des Katastrophenschutzes waren sehr gut.“ Der Testlauf habe einige wichtige Erkenntnisse gebracht, die nun in die weitere Arbeit einflössen, um den Ablauf noch weiter zu optimieren. „Insbesondere die Akustik, die durch die Plexiglasschutzwände beeinträchtigt wird, und die Kommunikationswege in Notfällen müssen wir noch verbessern. Aber auch das lösen wir.“


21.12.2020


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