Odenwaldkreis eröffnet Unabhängige Beschwerdestelle für Psychiatrie

Zufrieden mit der Einrichtung der Unabhängigen Beschwerdestelle (von links nach rechts): Dr. Ulrich Falk, Leiter des Gesundheitsamts, Ursula Kaufmann, Angehörigen-Vertretung, die Behindertenbeauftragte Regina Hoffmann, Helga Fehrmann vom Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamts und der EX-IN Genesungsbegleiter Werner Niebel

Menschen mit psychischen Erkrankungen fällt es oft schwer, sich für ihre Rechte stark zu machen. Manchmal fehlt ihnen auch der Mut, Probleme in der gemeindepsychiatrischen Versorgung beim Namen zu nennen. In der im Landratsamt angesiedelten Unabhängigen Beschwerdestelle finden Patienten, Angehörige und andere Betroffene nun Unterstützung, wenn sie mit Einrichtungen oder Personen im psychiatrischen oder psychosozialen Bereich im Odenwaldkreis unzufrieden sind.


In der Beschwerdestelle wird ehrenamtlich und unabhängig von einzelnen psychiatrischen Einrichtungen gearbeitet. Anliegen werden streng vertraulich, kostenfrei und neutral behandelt. Grundsätzlich besteht die Aufgabe darin, Beschwerden moderierend zu klären. Angestrebt wird eine einvernehmliche Lösung, um zu einer Qualitätsverbesserung in der psychiatrischen und psychosozialen Versorgung des Odenwaldkreises beizutragen. „Das ist ein weiterer Meilenstein im Zuge des Psychisch-Kranken-Hilfegesetzes, der Betroffenen und ihren Angehörigen eine Stimme im Beschwerdefall verleiht“, hebt Dr. Ulrich Falk hervor, der Leiter des Gesundheitsamts des Odenwaldkreises. Dieses Gesetz sieht die Einrichtung einer solchen Beschwerdestelle in jeder kreisfreien Stadt beziehungsweise in jedem Landkreis vor.

 

Beschwerden können per Mail an psych-beschwerdestelle@odenwaldkreis.de, unter der Telefonnummer 06062 70-3602 (mit Anrufbeantworter) oder postalisch (Landratsamt Odenwaldkreis, Unabhängige Beschwerdestelle,  Michelstädter Str. 12,  64711 Erbach)  mitgeteilt werden. Dann wird mit dem Beschwerdeführer ein persönlicher Termin vereinbart.


Dem Team der Beratungsstelle gehören an: Regina Hoffmann, die Behindertenbeauftragte des Odenwaldkreises, Ursula Kaufmann als Vertreterin der Angehörigen und Werner Niebel, EX-IN Genesungsbegleiter. Diese Abkürzung steht für einen englischen Ausdruck, der mit „Experte aus Erfahrung“ übersetzt werden kann. Das heißt, die Genesungsbegleiter haben selbst eine Psychiatrie-Erfahrung; für ihre Arbeit werden sie in einem einjährigen Kurs qualifiziert.

 

 

 


13.12.2018


LOGOs: EU Sozialfonds,Hessen und EU Investition in die Zukunft, EFS Für Menschen in Hessen