Ein offenes Ohr für jedes Anliegen

Ansprechpartnerin: Rekha Krings, die neue Patientenfürsprecherin für das Kreiskrankenhaus Erbach, in einem Flur der Klinik.

Willkommensgruß: Landrat Frank Matiaske (links) und Andreas Schwab, Geschäftsführer des Gesundheitszentrums Odenwaldkreis, mit der neuen Patientenfürsprecherin Rekha Krings (zweite von links) und ihrer Stellvertreterin Anni Resch im Kreiskrankenhaus.

Seit kurzem leert Rekha Krings einmal in der Woche einen besonderen Briefkasten. Er hängt im Eingangsfoyer des Kreiskrankenhauses in Erbach. In ihn können Patienten Fragebögen einwerfen, auf denen sie die Klinik bewerten – die Arbeit der Ärzte genauso wie die der Pflegekräfte und der Küche. Krings liest jeden Bogen aufmerksam durch, denn das gehört zu ihrer Aufgabe als Patientenfürsprecherin, zu der sie der Kreistag am 23. April bestimmt hat.

 

„Ich freue mich über diese wichtige Aufgabe. Ich will Patienten in all ihren Anliegen zuhören und da, wo es nötig ist, das Gespräch mit der Krankenhausleitung und den Chefärzten suchen“, sagt Krings. Um sich ein möglichst umfassendes Bild machen zu können, ermuntert sie die Patienten, die anonymisierten Fragebögen auszufüllen und in den Briefkasten zu werfen. Wichtig ist ihr aber auch der direkte Kontakt: Jeden ersten Mittwoch im Monat gibt es eine Sprechstunde, außerdem ist sie unter der Mail-Adresse patientenfuersprecher@gz-odw.de zu erreichen.

 

Krings ist die Nachfolgerin von Sylvia Mertens, die vom Kreistag im April 2016 mit der Aufgabe betraut worden war. Mertens erkrankte jedoch schwer und starb im November 2017. Ihre Stellvertreterin Anni Resch übernahm die Aufgabe und war auch für Familienangehörige von Patienten eine wichtige Gesprächspartnerin. In einer kleinen Begrüßungsfeier hießen Landrat Frank Matiaske und Andreas Schwab, Geschäftsführer des Gesundheitszentrums Odenwaldkreis (GZO), Krings gestern offiziell willkommen und dankten Resch für ihr Engagement. „Dass Sie dies über einen langen Zeitraum getan haben, ist nicht selbstverständlich“, sagte Matiaske. Resch bleibt stellvertretende Patientenfürsprecherin für das Kreiskrankenhaus, das zum GZO gehört.

 

Schwab hob die Bedeutung dieses Ehrenamts hervor: „Wir haben ein Beschwerdemanagement, das die Belange der Patienten berücksichtigt. Weil Frau Krings deren Anliegen genauso im Blick hat wie die Situation der Klinik, kann sie gut zu einem Ausgleich beitragen.“ Matiaske zufolge kann auch die neue Patientenfürsprecherin durch „menschliche Nähe und Ansprache“ schon viel bewirken.

 

Das dürfte Krings nicht schwerfallen: „Ich kann offen auf Menschen zugehen.“ Zugute kommt der Zweiunddreißigjährigen, dass sie sich im Gesundheitswesen auskennt. Zum einen, weil sie, eine Juristin, zuletzt bei einer hessischen Krankenkasse mit Haftungsfragen befasst war und wissenschaftliche Mitarbeiterin der hessischen Bundestagsabgeordneten Bettina Müller ist, die im Gesundheitsausschuss sitzt. Zum anderen, weil sie aus einer Odenwälder Arztfamilie kommt, in der viel über Gesundheitspolitik gesprochen wurde und wird.

 

Selbst Ärztin werden wollte Krings aber nicht. Abitur hat sie auf einer internationalen Schule in Schottland gemacht. 14 Jahre alt war sie, als es sie dorthin zog. In Berlin hat sie Jura studiert, kam vor  zwei Jahren in den Odenwald zurück und gründete eine Familie. Derzeit arbeitet sie daran, sich mit einer kleinen Kanzlei selbständig zu machen. Für das Amt des Patientenfürsprechers hatte sie die SPD-Kreistagsfraktion nominiert, deren stellvertretende Vorsitzende Krings ist. „An Weisungen bin ich aber nicht gebunden, weder aus der Politik noch aus dem Krankenhaus.“ Die drei Wochen seit ihrer Wahl hat Krings genutzt, um sich im Krankenhaus bekannt zu machen. Bald wird sie sich den leitenden Pflegekräften vorstellen.

 

„Ich verstehe mich vor allem als Vermittlerin – übrigens nicht nur bei Beschwerden, sondern auch, wenn Patienten Vorschläge zur Verbesserung der Kliniklebens machen“, hebt Krings hervor. Eine Idee hat sie selbst auch schon: Für Gespräche mit Patienten wünscht sie sich ein anderes Zimmer. Das jetzige liegt ihr nicht abseits genug. „Die Hürde, mich dort aufzusuchen, ist recht hoch, und das hilft Patienten nicht unbedingt, eine mögliche Anspannung abzubauen.“ Außerdem würde sie gerne eine Facebook-Seite einrichten, über die sie leicht zu erreichen ist. „Ich möchte, dass die Patienten einen möglichst niedrigschwelligen Zugang zu mir haben. Niemand soll sich scheuen mit mir zu sprechen.“

 


16.05.2018


LOGOs: EU Sozialfonds,Hessen und EU Investition in die Zukunft, EFS Für Menschen in Hessen