Tierarzneimittelüberwachung

Die 16. Novelle des Arzneimittelgesetzes ist als Grundlage zur Antibiotikaminimierung in der Nutztierhaltung etabliert worden. Ziel ist es, die Verwendung von Antibiotika kontinuierlich auf ein therapeutisch notwendiges Minimum zu senken und damit ein begrenztes Risiko der Entstehung und Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen zu erreichen bzw. den Erhalt der Wirksamkeit von Antibiotika für Mensch und Tier zu gewährleisten.

 

Durch das Antibiotikaminimierungskonzept sollen Betriebe, die im bundesweiten Vergleich häufiger Antibiotika anwenden als Betriebe gleicher Produktionsrichtung, identifiziert werden. Als Vergleichsgrößen werden die halbjährliche betriebliche Therapiehäufigkeit und die Kennzahlen 1 und 2 herangezogen.

 

Die halbjährliche betriebliche Therapiehäufigkeit gibt an, an wie vielen Tagen des Halbjahres ein Tier in einem Bestand im Durchschnitt mit einem antibiotischen Wirkstoff behandelt wurde. Die Kennzahl 1 ist der Median, sprich der Wert, unter dem 50 % aller erfassten halbjährlichen Therapiehäufigkeiten liegen. Die Kennzahl 2 stellt das dritte Quartal dar, also den Wert, unter dem 75 % aller erfassten halbjährlichen Therapiehäufigkeiten liegen. Liegt die halbjährliche betriebliche Therapiehäufigkeit oberhalb der Kennzahl 1, ist eine Prüfung hinsichtlich der Gründe für die Überschreitung unter Hinzuziehung eines Tierarztes erforderlich. Liegt die halbjährliche betriebliche Therapiehäufigkeit oberhalb der Kennzahl 2, muss ein schriftlicher Maßnahmenplan auf der Grundlage einer tierärztlichen Beratung erstellt und der Behörde unaufgefordert vorgelegt werden.

 

Unsere Aufgabe ist es, die korrekte und vollständige Dokumentation der verwendeten Arzneimittel zu kontrollieren.

Weitere Informationen finden Sie unter: Informationen für Halter, Tierärzte und -Heilpraktiker | Regierungspräsidium Gießen (hessen.de)

 

Formulare und Merkblätter

 

Weitergehende Informationen finden Sie auf den Seiten des Regierungspräsidiums Darmstadt zur Tierarzneimittelüberwachung und arzneimittelrechtlichen Fortbildung.

Tierische Nebenprodukte (TNP)

Tierische Nebenprodukte sind ganze Tierkörper, Tierkörperteile oder Erzeugnisse tierischen Ursprungs, die nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, einschließlich Eizellen, Embryonen und Samen.

TNP kommt eine große Bedeutung bei der Übertragung von infektiösen Tierkrankheiten wie zum Beispiel der Maul- und Klauenseuche, Schweinepest oder BSE zu. Aber auch Rückstände wie beispielsweise Dioxine können durch die Verwendung von tierischen Nebenprodukten verbreitet werden. Darüber hinaus soll verhindert werden, dass TNP in die Lebensmittelkette gelangen. Daher ist eine strikte Trennung der TNP vom Abfall bis zur unschädlichen Beseitigung oder gesicherten Verarbeitung notwendig.

 

Die TNP werden in 3 Kategorien eingeteilt:

Material der Kategorie 1:

Material mit einem hohen Risiko wie z. B. BSE-verdächtige Tiere, spezifiziertes Risikomaterial, Küchen- und Speiseabfälle von international eingesetzten Verkehrsmitteln

Material der Kategorie 2:

Material mit einem mittleren Risiko wie z. B. tierische Erzeugnisse mit Rückständen bestimmter Tierarzneimittel oder Umweltkontaminanten, Magen- und Darminhalt sowie Ausscheidungen landwirtschaftlicher Nutztiere einschließlich Pferde (Gülle, Festmist)

Material der Kategorie 3:

Material mit einem geringen Risiko wie z. B. Schlachtkörperteile von genusstauglichen Tieren, ehemalige tierische Lebensmittel sowie Küchen- und Speiseabfälle aus Großküchen, Kantinen, Catering-Einrichtungen einschließlich gebrauchter Speiseöle (nicht von international eingesetzten Verkehrsmitteln), wenn sie für die Verfütterung oder für Biogas- und Kompostieranlagen bestimmt sind.

Außerdem werden in der Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 tierseuchen- und hygienerechtliche Bedingungen für die Abholung/Beförderung, Lagerung, Behandlung, Verarbeitung und Verwendung oder Beseitigung tierischer Nebenprodukte sowie für die Ausfuhr und Durchfuhr tierischer Nebenprodukte festgelegt.

Ergänzend zu dieser EU-Verordnung enthält die nationale Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsverordnung (TierNebV) noch spezifische Anforderungen für die Verwendung von Küchen- und Speiseabfällen und bestimmte Transport- und Nachweisverpflichtungen für Beförderer von tierischen Nebenprodukten.

 

Formulare und Merkblätter

 

Anzeige eines registrierungspflichtigen Betriebs gemäß Artikel 23 der Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 (pdf)

Weitergehende Informationen und Merkblätter finden Sie auf der Seite des Regierungspräsidiums Darmstadt.

Tierkörperbeseitigung

Die Beseitigung von Tierkörpern, Tierkörperteilen und Erzeugnissen aus Tierkörperteilen muss fachgerecht erfolgen, um eine Übertragung von Tierseuchenerregern und anderen Krankheitserregern zu verhindern. Das 'Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsrecht' regelt, dass tote Tiere über eine Tierkörperbeseitigungsanstalt entsorgt werden müssen.

Die für den Odenwaldkreis zuständige Tierkörperbeseitigungsanstalt erreichen Sie wie folgt:

SecAnim Südwest GmbH
Niederlassung Lampertheim-Hüttenfeld
Hüttenfeld-Außerhalb 5
DE-68623 Lampertheim
Telefon: 06256 8520
Fax: 06256 1688
E-Mail: lampertheim@secanim.de.

Über die SecAnim-App können Sie ebenfalls die Abholung toter Tiere anmelden.

Haus- bzw. Heimtiere

Verendete Haustiere, Schlachtabfälle sowie von Tieren stammende gewerblich anfallende Lebensmittel unterliegen der gesetzlich festgelegten Beseitigungspflicht. Vom Grundsatz her sind sie in Tierkörperbeseitigungsanstalten zu entsorgen. Es gibt jedoch Ausnahmen für die Entsorgung von sogenannten Heimtieren. Hierzu zählen Hunde, Katzen und sonstige im Haus gehaltene Kleintiere wie auch Ziervögel. Die Veterinärbehörde kann im Einzelfall zulassen, dass diese begraben werden dürfen. Dies darf jedoch nur auf eigenem Grundstück erfolgen, sofern es nicht in einem Wassereinzugsgebiet liegt. Der Tierkörper darf nicht in unmittelbarer Nähe von öffentlichen Wegen und Plätzen vergraben werden und der Tierkörper muss mindestens 50 Zentimeter mit Erde bedeckt sein, so dass ein Ausgraben, zum Beispiel durch Wildtiere ganz sicher ausgeschlossen ist. Ein Vergraben im Wald ist verboten.

Es besteht auch die Möglichkeit, lieb gewordene Haustiere über Firmen, die über eine entsprechende Zulassung verfügen, in einem Krematorium einäschern zu lassen. Seit 2017 können auch Pferde in zugelassenen Tierkrematorien eingeäschert werden. Für die Einäscherung von Pferden ist allerdings eine Ausnahmegenehmigung erforderlich, welche das für den Herkunftsort zuständige Veterinäramt ausstellt.

Wenn ein Tierhalter bei verstorbenen Haustieren diese Ausnahmemöglichkeiten nicht in Anspruch nehmen kann oder will, bleibt nur der Entsorgungsweg über die Tierkörperbeseitigung.

Ihre Ansprechpartner im Bereich Tierarzneimittel und TNP:

Arnd zur Megede
amtlicher Tierarzt
Telefon: 06062 70-1207
E-Mail: a.megede@odenwaldkreis.de
 

Dr. Michael Sallmann
Amtstierarzt
Telefon: 06062 70-1218
E-Mail: m.sallmann@odenwaldkreis.de
 

Barbara Weber
Tiergesundheitsaufseherin
Telefon: 06062 70-1206
E-Mail: b.weber@odenwaldkreis.de
 

Susanne Weber
Tiergesundheitsaufseherin
Telefon: 06062 70-1211
E-Mail: s.weber@odenwaldkreis.de
 

Helmut Keil
Sachbearbeitung Verwaltung
Telefon: 06062 70-1203
E-Mail: h.keil@odenwaldkreis.de
 

Manfred Schuh
Sachbearbeitung Verwaltung
Telefon: 06062 70-1217
E-Mail: m.schuh@odenwaldkreis.de

 

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