Public-Viewing während Fußball-EM: Kreisverwaltung für Genehmigungen zuständig

Die Immissionsschutzbehörde des Odenwaldkreises weist daraufhin, dass die Bundesregierung eine Verordnung erlassen hat, die während der Fußball-Europameisterschaft der Männer vom 14. Juni bis 14. Juli öffentliches Public-Viewing auch für Spiele, die spät am Abend beginnen, möglich macht. Allerdings muss der Veranstalter (bei Gaststätten der Betreiber) mindestens drei Arbeitstage vor dem ersten Spiel einen Antrag auf Zulassung der Public-Viewing-Veranstaltung beim Odenwaldkreis stellen. Das gilt für alle Angebote, die im Freien stattfinden, zum Beispiel in Biergärten, Außenflächen von Gaststätten und Zelten. Nicht betroffen sind Veranstaltungen in Innenräumen (zum Beispiel in einem Raum einer Gaststätte) oder private Treffen auf der Terrasse oder im Garten. Der Antrag muss den Namen des Veranstalters, eine verantwortliche Person (inklusive Telefonnummer unter der sie dauerhaft während der Veranstaltung erreichbar ist), den Veranstaltungsort und das öffentlich darzubietende Spiel beinhalten.

Da für zahlreiche Spiele der EM der Anpfiff erst für 21:00 Uhr angesetzt ist, kommt es zu Konflikten mit der Nachtruhe, die um 22:00 Uhr beginnt und Bürgerinnen und Bürger vor nächtlichem Lärm schützen soll. Da es sich bei der Fußball-EM aber um eine internationale Sportveranstaltung von herausragender Bedeutung handelt, gelten – wie schon für frühere Turniere – Ausnahmeregelungen. Allerdings müssen zum Schutz der Anwohnenden lärmmindernde Maßnahmen ergriffen werden: Lautsprecher müssen so aufgestellt werden, dass die Abstrahlrichtung von der Wohnbebauung abgewandt ist, das Rahmenprogramm muss möglichst geräuscharm gehalten werden (keine laute Musik nach der Veranstaltung oder in den Spielpausen) und nach 22:00 Uhr dürfen keine Gasfanfaren, Trommeln oder andere geräuschverursachende Fanartikel benutzt werden. Nach dem Ende der Übertragung müssen Lärmbelästigungen durch Abbau- und Aufräumarbeiten soweit wie möglich vermieden und lärmintensive Arbeiten auf den nächsten Tag verschoben werden. Die Zulassung der Public Viewing-Veranstaltungen liegt im Ermessen der zuständigen Immissionsschutzbehörde, die dabei das öffentliche Interesse gegen den Schutz der Nachbarschaft vor dem zu erwartenden Lärm abwägen muss.

Anträge nehmen die Mitarbeiterinnen der Immissionsschutzbehörde des Odenwaldkreises entgegen. Eine E-Mail an b.leopold@odenwaldkreis.de oder e.beisel@odenwaldkreis.de ist ausreichend, es wird aber auch Wunsch auch ein Formular zur Verfügung gestellt. Die Mitarbeiterinnen stehen auch bei Fragen unter Telefon 06062 70-277 oder -413 zur Verfügung