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"Ein bisschen Wehmut und großer Optimismus"

Offiziell: Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid ernennt Egon Scheuermann (zweiter von links) zum "Beauftragten für die vorläufige Wahrnehmung der Aufgaben des Bürgermeisters in der neuen Stadt Oberzent". Derzeit ist er Bürgermeister von Sensbachtal. Gottfried Görig, noch Bürgermeister von Beerfelden (links), wird sein Stellvertreter.

Gruppenbild: Freuen sich über die neue Stadt Oberzent: (von links) Landrat Frank Matiaske, Hans Heinz Keursten (Bürgermeister Rothenberg), Innenminister Peter Beuth, Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid, Gottfried Görig (Bürgermeister Beerfelden), Thomas Ihrig (Bürgermeister Hesseneck) und Egon Scheuermann (Bürgermeister Sensbachtal) Fotos:Christian Kehrer

Gestern war ein weiterer wichtiger Tag für die neue Stadt Oberzent, zu der sich Beerfelden, Hesseneck, Rothenberg und Sensbachtal zusammenschließen: Der Hessische Innenminister Peter Beuth hat die Genehmigungsurkunde für Name und Stadtrechte überreicht, und Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid hat Egon Scheuermann mit der vorübergehenden Leitung der Stadtverwaltung betraut. Sein neues Amt tritt der Sensbachtaler Bürgermeister am 1. Januar an. Im Interview gibt er darüber Auskunft.

 

Was ging Ihnen gestern bei der Feier durch den Kopf?

 

Zwei Dinge. Einerseits ein bisschen Wehmut, denn ich gebe das Amt des Bürgermeisters von Sensbachtal auf. Andererseits ein großer Optimismus, denn die Fusion bringt viele Vorteile mit sich.

 

Welche vor allem?

 

Die neue Verwaltung wird größer sein und somit zukunfts- und leistungsfähiger als die teils sehr kleinen Verwaltungen, die wir jetzt noch haben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden sich spezialisieren können, was letztlich den Bürgerinnen und Bürgern zugutekommen wird.

 

Werden durch die Fusion Stellen in der Verwaltung eingespart?

 

Nein, keine einzige – bis auf die von drei Bürgermeistern. Somit werden Gehälter eingespart, was ein weiterer wichtiger Vorteil ist. Außerdem hilft uns das Land Hessen bei der Entschuldung, und die neue Stadt wird mehr Geld aus dem Kommunalen Finanzausgleich bekommen. Diese drei Faktoren bedeuten eine Gesamtentlastung von rund 900.000 Euro im Jahr. Das ist enorm viel Geld. Zwar müssen wir später auch eine höhere Umlage an den Kreis zahlen, der die neue Stadt daraus wiederum in ihrer  wirtschaftlichen Entwicklung unterstützen will. Stichpunkt: Bessere Vernetzung in den Rhein-Neckar-Raum. Dafür sind wir sehr dankbar.

 

Sie sind vom 1. Januar an „Beauftragter für die vorläufige Wahrnehmung der Aufgaben des Bürgermeisters in der neuen Stadt Oberzent“. Die Leute werden vermutlich weiter „Herr Bürgermeister“ zu Ihnen sagen.

 

(lacht) Stimmt, das ist auch in Ordnung so. Aber so lautet nun einmal der offizielle Titel. Man könnte auch „kommissarischer Bürgermeister“ sagen. Mein Dienstvorgesetzter ist das Regierungspräsidium, das mir auch dieses Amt übertragen hat. Meine Aufgabe ist, die Verwaltungsgeschäfte fortzuführen, bis ein neuer Bürgermeister ins Amt eingeführt worden ist.

 

Wann rechnen Sie damit?

 

Gewählt wird am 29. April 2018, die Amtseinführung dürfte spätestens am 1. Juli stattfinden.

 

Was machen Sie dann?

 

Das ist noch offen. Auf jeden Fall kandidiere ich nicht für das Bürgermeisteramt. Ich werde im nächsten Jahr 58 Jahre alt. Da muss ein Jüngerer ran.

 

Haben Sie nach der Urkundenübergabe und Ihrer Ernennung gestern gefeiert?

 

Nein, dazu war noch keine Zeit. Schließlich hat jeder von uns in seiner Gemeinde zu tun, und auch auf uns gemeinsam wartet mit Blick auf die Fusion noch viel Arbeit. Aber wir werden im Kreis der Bürgermeister sicherlich noch einmal anstoßen.

 

Dazu werden Sie bald noch eine Gelegenheit haben: Mit Jahresbeginn sind Sie zehn Jahre Bürgermeister.

 

Richtig. (lacht) Die Feier wird bestimmt eine besondere Note haben, denn ganz streng genommen habe ich gar keine Zeit zum Feiern, denn am 1. Januar um 0:00 Uhr beginnt ja mein neues Amt.  Aber dieses Jubiläum werde ich trotzdem begehen und mich bei all denen bedanken, die mich über diese Jahre begleitet haben.

 


14.09.2017

LOGOs: EU Sozialfonds,Hessen und EU Investition in die Zukunft, EFS Für Menschen in Hessen