Hilfe zur Pflege als Leistung der Sozialhilfe

Wenn die eigenen finanziellen Mittel und die Leistungen der Pflegekasse nicht ausreichen um die Pflegekosten zu decken oder jemand nicht pflegeversichert ist, können die (Rest-)kosten auch aus Mitteln der Sozialhilfe übernommen werden. Dazu ist ein Antrag notwendig, den Sie auch bei Ihrer zuständigen Gemeinde- oder Stadtverwaltung erhalten können. Sozialhilfeleistungen werden grundsätzlich nicht rückwirkend übernommen. Ein Leistungsanspruch kann daher frühestens ab der Bekanntgabe der Notlage beim Sozialamt entstehen. Sprechen Sie daher besser frühzeitig beim Sozialamt vor und lassen Sie sich beraten.

 

Sozialhilfe – und damit auch Hilfe zur Pflege – wird nachrangig gewährt. Das heißt, pflegeversicherte Personen müssen erst bei ihrer Pflegekasse einen Antrag stellen und sie wird erst dann erbracht, wenn das Einkommen bzw. das Vermögen der antragstellenden Person bestimmte Grenzen nicht übersteigt.

 

Immer wieder hört man, dass „Kinder immer vom Sozialamt für die Pflegekosten herangezogen werden“. Das stimmt so allgemein nicht. Sofern unterhaltspflichtige Personen vorhanden sind, erfolgt natürlich eine Überprüfung der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse dieser Personen. Ob und ggf. in welcher Höhe sich die unterhaltspflichtigen Personen aber an den Pflegekosten beteiligen müssen, hängt ganz vom Einzelfall ab und wird individuell festgestellt.

 

Wenn Sie Hilfe zur Pflege in vollstationären Pflegeeinrichtungen beantragen wollen und das 65. Lebensjahr vollendet haben, müssen Sie sich an das Sozialamt Ihres letzten Wohnortes vor Aufnahme in der Einrichtung wenden.

 

Haben Sie das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet, wird Hilfe zur Pflege in vollstationären Pflegeeinrichtungen durch den Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV Hessen) erbracht.

LOGOs: EU Sozialfonds,Hessen und EU Investition in die Zukunft, EFS Für Menschen in Hessen