Von Annette H e i n z e
Seit 2009 beteiligt sich das Kommunale Job-Center des Odenwaldkreises in Kooperation mit der Odenwald-Regional-Gesellschaft (OREG) mbH an dem Bundesprogramm. Das Projekt ist an eine Zielvereinbarung mit dem Kommunalen Job-Center gebunden, die 100 Integrationen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen pro Jahr vorgibt.
Anlass zum Feiern gaben nun 99 erfolgreiche Integrationen von Kunden des Teams 50 plus in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen im Jahr 2011 - die Bundes-Vorgabe wurde also zu 99 Prozent erreicht.
Michael Vetter hob die gute Leistung des Teams „Perspektive 50 plus“ beim Kommunalen Job-Center hervor. Es sei wichtig, sich besonders um die älteren Arbeitnehmer zu bemühen – auch im Hinblick auf den demographischen Wandel und das höhere Renteneintrittsalter. Die Sensibilisierung der Arbeitgeber für den reichen Erfahrungsschatz Älterer stelle hier eine große Herausforderung dar. Vorurteile gegenüber der „Generation 50 plus“ müssten abgebaut werden. Motivation, Arbeitswille und Erfahrung dieser Menschen bedeuteten wertvolle Ressourcen für den Arbeitsmarkt.
„Alter und Arbeit“, so lautete das Motto des Kinoabends. Zu diesem Thema hatte das Bundesprogramm „Perspektive 50 plus“ im Kampagnenjahr 2009 einen Kurzfilmwettbewerb ausgelobt. Aus 150 eingereichten Kurzfilmen – kinotaugliche, professionelle Werke – gingen vier prämierte Gewinnerfilme hervor, die zum Neujahrsempfang in den Erbacher Lichtspielen gezeigt wurden:
„15 Minuten Wahrheit“, ein politischer Wirtschaftsthriller von Nico Zingelmann, brachte gleich zu Anfang Spannung pur. Mit über 50 zu jung für die ohnehin zu magere Rente, aber zu alt, um wieder neu eingestellt zu werden, sehen sich Komann und seine ebenfalls gekündigten Kollegen vor dem persönlichen Aus. Sie schmieden einen riskanten Plan. In einem 15-Minuten-Gespräch mit dem Chef setzt Komann alles auf eine Karte. . .
„EDGAR“ von Fabian Busch lässt die Zuschauer entspannter in den bequemen Kinosesseln sitzen. Der 65-jährige Edgar bringt sein Publikum sogar zum Lachen, auch wenn ihm selber gar nicht danach ist. Als Rentner, seit zwei Jahren Witwer, sehnt er sich nach einer sinnvollen Tätigkeit. Auf der Suche nach Arbeit macht er aus Unachtsamkeit Bekanntschaft mit einem Kaufhausdetektiv. Da erkennt er eine Chance und wird zum „Ü-60-Kriminellen“. Nach einem „erfolgreichen“ Ladendiebstahl wird er verurteilt - zu 60 Arbeitsstunden. Endlich hat er Arbeit und Gleichgesinnte zum Reden.
In „Ungebrochen“ zeigt die Regisseurin Jolanka Höhn ein filmisches Kurzporträt über den sozialen und beruflichen Weg ihres Vaters, eines ehemaligen DDR-Bürgers. Wolfgang, Mitte 50, erzählt mit ergreifender Offenheit seine persönliche Geschichte.
Mit neuen Sichtweisen auf das Alter berührt auch der vierte Filmbeitrag „Rentner GmbH“ von Bertram Verhaag das Publikum. Das Durchschnittsalter bei „Vita Needle“, einer Nadel- und Röhrenfabrik nahe Boston (USA), liegt bei stolzen 74 Jahren. Die Angestellten auf Lebenszeit Mary, Marion, Paul, Tom, Ann und Rosa, zwischen 75 und 95, haben in der Firma ein neues Zuhause gefunden. In den Interviews offenbaren die betagten Arbeiter der Nadelfabrik auf liebenswerte Art ihr neues Selbstwertgefühl.
Ein reger Austausch bei leckerem Fingerfood, vorbereitet durch das Team Hauswirtschaft von der BAW (Gemeinnützige Gesellschaft für Beschäftigung, Aus- und Weiterbildung im Odenwaldkreis mbH), entwickelte sich nach der Filmvorführung im Foyer des Kinos. Spannend, emotional und informativ gaben die Filmbeiträge den Gästen eine sensibilisierte Sichtweise mit auf ihren Nachhauseweg. Das Potenzial älterer Menschen kann durch lebenslanges Lernen, angepasste Arbeitsorganisation und gefördertes Gesundheitsbewusstsein ausgebaut werden. „Alter und Arbeit“ stellen keinen Widerspruch dar. 50 plus – Eine gute Einstellung.
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Der Kreisausschuss des Odenwaldkreises
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