Familienfreundlichkeit eines Unternehmens erweise sich gegenwärtig und bestimmt auch künftig zweifelsfrei als Standortfaktor – diese Überzeugung gab Grobeis wieder. Betriebe, die entsprechende Angebote bereits vorhalten oder sie schaffen wollen, sollten mit einer Urkunde sowie mit einer Plakette ausgezeichnet werden. Dafür hat die innerhalb des auf Kreisebene wirkenden Familien-Bündnisses bestehende Arbeitsgruppe „Familienfreundliche Betriebe“ ein Signet ausgewählt, welches das unternehmerische Engagement im Falle der Preiswürdigkeit dokumentieren wird.
Im Zeichen des sich verschärfenden Fachkräftemangels werde „eine Familien unterstützende Personalpolitik zu einem strategischen Instrument der Unternehmensführung“, so heißt es in dem Schreiben, das auch an die Personal-Leitungen der Firmen in der Region gerichtet ist. Die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, das belegen viele Studien und Umfragen, bildet ein wichtiges Element bei der Wahl eines Arbeitgebers. Längst zählen familienfreundliche Bedingungen als Wettbewerbsvorteil bei der Gewinnung von Arbeitnehmern. Auch vor diesem Hintergrund bewegt sich die Suche nach den familienfreundlichsten Unternehmen im Kreisgebiet, wie Maria Zeitler unterstrich. Flexible Arbeitszeiten und Unterstützung bei der Kinderbetreuung sind dabei nur zwei Bestandteile im Angebot vor allem größerer Unternehmen. Aber oft bieten kleine und mittlere Betriebe bereits Lösungen an, die auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abgestimmt sind, ohne dass davon eine größere Öffentlichkeit Notiz nähme. Gerade sie sollten den Wettbewerb nutzen und daraus womöglich – so die Hoffnungen der Initiatoren – den Gewinn gesteigerter Werbewirksamkeit ebenso zu erzielen wie eine wachsende Attraktivität für Arbeitskräfte.
„Wir suchen natürlich auch den Dialog mit den Firmen darüber, wie sie familienfreundliche Strukturen sichtbar machen können“, betonte Maria Zeitler, die damit zudem den Appell an die lokale Wirtschaft verband, „hier kreativ zu werden und einfach mal um die Ecke zu denken“. Dies könnte zum Beispiel für kleinere Betriebe auch die Überlegung umfassen, mit „Konkurrenten“ zu kooperieren – im Interesse einer Betreuungslandschaft und Betreuungsinfrastruktur, wie sie das Nachbarland Frankreich dank großzügiger staatlicher Investitionen bietet.
„Welche Netze können wir vor Ort gemeinsam stricken?“, diese Frage bewegte die Arbeitsgruppe „Familienfreundliche Betriebe“ auch bei der Frage nach den Ausschreibungsbedingungen und der Formulierung der Wettbewerbsziele. Dazu zählt unter anderem die Unterstützung beim Umsetzen familienfreundlicher Aktionen. Bewertet werden Angebote in den Bereichen Abeitszeit und -organisation, in der Personalentwicklung, in der Kinderbetreuung und der Pflege von Angehörigen sowie die Verankerung dieser Angebote in der Firmen- und Führungskultur. Mit dem über den Wettbewerb informierenden Brief erhalten die Unternehmen auch den Bewerbungsbogen, den sie gern durch eigene Ideen oder bereits realisierte Maßnahmen ergänzen können. Bis zum 31. März sollen diese Schriftstücke zurückgesandt werden. Bei einer öffentlichen Feierstunde am 15. Mai werden die Auszeichnungen für die familienfreundlichsten Betriebe 2012 im Odenwaldkreis vergeben.
Der Jury gehört außer den eingangs aufgeführten Institutionen auch die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main an. Den Wettbewerb unterstützen darüber hinaus die Odenwald-Regional-Gesellschaft mbH, die Bundesagentur für Arbeit (Darmstadt), die Kreishandwerkerschaft und Innungen im Odenwaldkreis sowie die Industrievereinigung Odenwaldkreis (IVO) und die Frauenbeauftragte des Odenwaldkreises.
Weitere Informationen erhalten Interessierte bei Maria Zeitler, Telefon 06062 70-462; E-Mail: m.zeitler@odenwaldkreis.de

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Zu den Initiatoren und Unterstützern des Wettbewerbs „Familienfreundlicher Betrieb 2012“, den der Odenwaldkreis erstmals ausgelobt hat, zählen (von links) die Koordinatorin des Lokalen Bündnisses für Familie Maria Zeitler, der Erste Kreisbeigeordnete Oliver Grobeis, der auch die Schirmherrschaft übernommen hat, Yvonne Walter (Unternehmerverband Südhessen) und Maren Frangen (Industrie- und Handelskammer Darmstadt). Zum Bericht.
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Der Kreisausschuss des Odenwaldkreises
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